Dürre und Borkenkäfer machen unseren Wäldern extrem zu schaffen. Viele Bäume sind abgestorben und liegen abgeholzt rum, weil es einfach zu viel Holz gibt. Das ist einerseits gefährlich, andererseits eine Herausforderung für Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen.

Beim letzten Spaziergang im Wald werdet ihr es gesehen haben: Viele Teile des Waldes sind kahl oder krank. Das Zusammenspiel aus Dürre und Borkenkäfer hat Wäldern deutschlandweit extrem geschadet. Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen müssen sich jetzt überlegen, was sie mit dem ganzen Holz anfangen können. Das ist aber nicht so leicht.

Preise für Holz im Keller

Der Holzmarkt ist ziemlich durcheinander. Die Preise, beispielsweise für Fichten, sind im Keller. Michael Blaschke von der Forstverwaltung Nordrhein-Westfalens sagt, selbst für die reduzierten Preise bekommt man das Holz aktuell nicht verkauft.

"Für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ist das momentan ein riesiges Zuschussgeschäft. Viele legen resigniert die Hände in den Schoß und sagen, dann lass ich es halt ganz bleiben."
Michael Blaschke, Pressesprecher der Forstverwaltung Nordrhein-Westfalen

Die Sägewerke sind gerade randvoll. Viele Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer lassen die abgeholzten Baumstämme einfach im Wald liegen. Das ist zwar einerseits als Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilze gut, es macht aber auch viele Probleme.

Unter anderem steigt durch rumliegendes totes Holz die Waldbrandgefahr. Zudem wird es instabil und somit zur Gefahr für Spaziergängerinnen und Spaziergänger.

Holz-Export nach China

In manchen Fällen wird das Holz nach China exportiert, wo die Wirtschaft langsam wieder anläuft und Bauholz gebraucht wird. Das hält Denny Ohnesorge, Geschäftsführer des Hauptverbands der deutschen Holzindustrie und des Deutschen Holzwirtschaftsrats, aber für nicht sinnvoll.

"Es ist Quatsch, die Rohstoffe nach China zu exportieren, wenn man sie bei uns verarbeiten könnte."
Denny Ohnesorge, Geschäftsführer des HDH und des Deutschen Holzwirtschaftsrats

Denny Ohnesorge hält es für richtiger, Lagermöglichkeiten für das tote Holz zu schaffen. Dann würde es auch in ein paar Jahren nicht auf dem deutschen Markt fehlen, sagt er.

Holz lagern, damit es später auf dem deutschen Markt nicht fehlt

Lagermöglichkeiten gibt es viele. Beispielsweise kann das Holz in sogenannten Nasslagern aufbewahrt werden, wo die Stämme kontinuierlich beregnet werden, so dass sie nicht austrocknen. Andere Varianten sind Trockenlager oder Folienlager, die derzeit von der Forstverwaltung NRW getestet werden. In Folienlagern werden die Stämme luftdicht verpackt, sodass sie frisch bleiben und gleichzeitig vor Käfern und Co. geschützt sind.

Umrüstung zur Holzverbrennung

Natürlich kann das geschlagene Holz auch verbrannt werden. Aus ökologischer Sicht ist das sicherlich nicht die beste Lösung, für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer aber interessant, da sie ihr Holz auf diese Weise noch gewinnbringend loswerden können.

In NRW laufen laut Michael Blaschke gerade Versuche, Holz in umgerüsteten Kohlekraftwerken zu verfeuern. Allerdings ist das Umrüsten nicht ganz einfach, weil Holz ganz anders brennt als Kohle. Außerdem kostet die Umrüstung viel Geld.

Die ideale Lösung, was mit all dem Holz, das in Deutschlands Wäldern gerade rumliegt, passieren soll, gibt es also nicht. Am Ende wird es eine Mischung sein aus Export, Verbrennen und Lagern.