Die Kompassnadel zeigt immer nach Norden, allerdings nicht zum geografischen Nordpol sondern zum magnetischen Nordpol. Das Problem: Der magnetische Nordpol bewegt sich. Wer sich mithilfe eines Kompass orientieren will, muss diese Bewegung mitberechnen.

Der magnetische Nordpol bewegt sich mittlerweile schneller als in den vergangenen Jahrzehnten, sagt der Wissenschaftsjournalist und Astrophysiker Michael Büker. Genau genommen heißt das: Er verändert seine Position jedes Jahr um bis zu 60 Kilometer. Vor einigen Jahrzehnten hat der magnetische Nordpol noch im Norden Kanadas gelegen. Im Moment befindet er sich im Nordpolarmeer und kommt dem geografischen Nordpol ziemlich nah, sagt Michael Büker.

"Man weiß, dass das Ermagnetfeld sich umkehren kann, weil man Gesteinsproben analysiert hat."
Michael Büker, Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist

Das Erdmagnetfeld wird schwächer

Hinzu kommt, dass das Erdmagnetfeld manchmal auch schwächer werde. Es kann sich sogar umkehren und hat das im Lauf der Erdgeschichte auch getan, berichtet Michael. Das habe die Analyse von Gesteinsproben ergeben. 

Eine richtige Umkehr des Magnetfelds hat es zuletzt vor etwa 700.000 Jahren gegeben. Und vor rund 40.000 tausend Jahren gab es einen kurzen Wechsel des Magnetfelds. Zu diesem Zeitpunkt lebten bereits Menschen auf der Erde. Die gute Nachricht: Sie haben es überlebt.

"Besonders starke Sonnenstürme oder besonders energiereiche Teilchen, die kommen auch jetzt schon durch unser Magnetfeld."
Michael Büker, Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist

Selbst wenn eine Umkehr des Magnetfelds unmittelbar bevorsteht, dauert das oft ziemlich lange – manchmal Jahrtausende oder schnellstens Jahrzehnte, sagt Michael.

Eigentlich soll uns das Magnetfeld vor niederenergetischen Teilchen von der Sonne schützen. Wenn es sich abschwächt, bedeutet dasfür uns Menschen, dass die UV-Strahlung an diesen Stellen zunimmt. Wir müssen jetzt aber keine Panik schieben: Weitaus wichtiger für den Schutz vor der UV-Strahlung ist nämlich die Erdatmosphäre, sagt Michael Büker. 

Im Moment betrifft die Wanderung des Magnetfelds vor allem eine Region im Südatlantik. Es handelt sich allerdings um ein Seegebiet, in dem kaum Menschen leben. 

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