Hanna Berger ist durch Uganda gelaufen – 250 Kilometer in zehn Tagen - sie wollte damit Aufmerksamkeit für das Thema Wasser in der Region schaffen. Die Aktion hat die Hilfsorganisation Viva con Agua organisiert. 

Los ging es für Hanna an der Grenze von Ruanda zu Uganda, dann führte der Weg durch ein ehemaliges Kannibalengebiet. "Die Ugander hatten auch ein bisschen Angst, die meiden normalerweise das Gebiet", sagt Hanna. Am Ende war dort aber alles ganz normal, die Menschen sehr freundlich und niemand musste sich Sorgen machen, verspeist zu werden. Und dann ging es weiter bis nach Kampala.

"Ich glaube, die haben uns für bekloppt gehalten, weil wir bei 30 Grad mittags durch die Hitze gelaufen sind. Das machen die alle nicht. Da haben die sich oft über uns kaputt gelacht."
Hanna Berger ist 250 Kilometer durch Uganda gelaufen

Sechs Uhr morgens gab es Frühstück. Das ist natürlich extrem wichtig, weil Hanna und ihr Team anschließend den ganzen Tag auf den Beinen waren. Bis spätestens 9 Uhr mussten sie die Zelte abbauen, erzählt Hanna: "Und zwar alle Zelte. Unsere kleinen Zelte, die Küchenzelte. Und dann ging es los, denn sonst hätten wir das Tagespensum nicht geschafft."

Die ganze Aktion lief unter dem Namen "Water!Walk". Hannas Mission dabei war, über das Thema Wasser zu sprechen. Wasser ist knapp in Uganda und die Menschen, häufig sind es Kinder, legen weite Wege zurück, um zur nächsten Wasserstelle zu gelangen. Sie transportieren es dann in schweren Kanistern nach Hause. "Die kochen das Wasser ab, das wird nicht einfach so getrunken. Nichtsdestotrotz bleibt das Wasser erst mal verschmutzt", sagt Hanna.

Ein Teil des Projekts richtet sich an Schulen. Hanna und ihr Team haben Kindern dort gezeigt, wie man sich richtig die Hände wäscht: In sechs Schritten werden Hände, Fingernägel, Zwischenräume – also die gesamte Hand richtig gründlich gereinigt. Selbst Hanna hat da noch dazugelernt.

"Die Hitze hat uns ziemlich zugesetzt, wir hatten alle ein bisschen Sonnenbrand, Sonnenallergie, allerdings war auch der Regen nicht ohne."
Hanna Berger ist 250 Kilometer durch Uganda gelaufen

Auf der Reise gab es für Hanna immer wieder sehr nachdenkliche, traurige Momente, in denen sie wusste: Das ist nicht gut, aber ich kann leider nichts machen. Zum Beispiel hat sie nach dem "Water!Walk" ein kleines taubstummes Mädchen kennengelernt, das sich immer wieder an sie schmiegte. Hanna weiß, dass dieses Mädchen niemals die Zeichensprache auf einer spezialisierten Schule lernen wird: "Man wird ihr wahrscheinlich so ein bisschen mit Hand-Fingerzeichen sagen: 'Geh kochen'. Und man wird sie vermutlich früh verheiraten." In solchen Momenten ist Hanna klar geworden, wie gut es uns in Deutschland geht – selbst, wenn wir mit einer Einschränkung leben müssen.

Blasen, Wunden und trotzdem Glücksgefühle

Obwohl Hanna mit der Hilfsorganisation unterwegs war, hat sie diese Reise aus eigener Tasche bezahlt. "Ich spare wenig für mich", sagt Hanna, "um zum Beispiel ein Haus zu kaufen. Aber ich spare, um mir so etwas zu leisten und anderen Menschen etwas zurückzugeben."

Eine Wunde, Blasen, eine Verletzung am Knöchel – Hanna ist nicht ganz unversehrt durch die 250 Kilometer gekommen, aber nachdem sie in Kampala angekommen war, haben die Glückshormone alle Schmerzen vergessen lassen.

Und auch für das kommende Jahr steht fest: Es wird kein Hotelurlaub am Strand oder Pool sein, sondern eher ein Aktivurlaub mit dem Ziel, wenigstens im Kleinen die Welt ein bisschen zu verändern und besser zu machen.

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