Es hat nicht so lange gedauert, bis der Rap aus den USA nach Deutschland kam. Bis sich daraus in Deutschland ein eigenes Genre in deutscher Sprache entwickelt hat, aber schon.

Je nach eigenem Alter sind Hiphop und Rap völlig selbstverständlich. Dabei gibt es diese Musik-Genres so lange noch gar nicht. In den USA entstanden die ersten Rap-Songs Ende der 70er-Jahre. In Deutschland war der erste bekannte Song "Rapper's Delight" von der Band Sugar Hill.

Weiter ging es mit Break Dance und deutschen Bands, die auf Englisch rappten, aber eigentlich nicht wirklich wussten, wie das geht. "In Deutschland mussten über die Jahre erstmal Techniken entwickelt werden zu rappen, das Handwerkzeug fehlte", sagt der Musikjournalist Falk Schacht. Für Arte hat er die mehrteilige Web-Doku "We Wear the Crown – 40 Jahre Rap aus Deutschland" produziert.

"Der Diskurs zu toxischer Männlichkeit im Rap findet statt, könnte aber stärker sein."
Falk Schacht, Musikjournalist

Falk sagt: Früher sind die Bands nach New York in die Studios gereist und haben sich angeguckt, wie Rappen funktioniert. In Deutschland fehlte das Wissen dazu, und teilweise gab es sogar Grundlagenforschung, zum Beispiel zum Versmaß.

Kernthemen im Rap sind laut Falk Teilhabe und Aufmerksamkeit: Wir wollen dabei sein, beachtet uns. In Deutschland rappten in den 90er-Jahren aber einige auch gegen Rechts und waren Teil der Antifa. Heute sind die Themen vielfältig, Teilhabe ist als Kernanliegen aber geblieben.

Im Gespräch mit Deutschlandfunk-Nova-Moderator Christian Schmitt erzählen Musikjournalist Falk Schacht und Rapper Aphroe von ihren ersten Begegnungen mit Rap, warum es nicht die eine entscheidende Einflussgröße für den deutschen Rap gab und warum Rapper in die Tanzschulen rein wollten.