2017 haben die Deutschen weniger Wein getrunken, das hat das Deutsche Weininstitut grad bekannt gegeben. Doch die Winzer haben schon ein paar Idee, wie sie ihr Getränk wieder interessanter machen können.

Spannenderweise sind es vor allem Menschen über 40, die weniger Wein trinken. Bei den Konsumenten rund um die 30 ist Wein nach wie vor ein beliebtes Getränk. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass es überall hippe Weinbars gibt. Und mittlerweile gibt es auch in Städten wie Bochum Weinfestivals, obwohl das nächste Weinanbaugebiet da einige hundert Kilometer entfernt liegt. Trotzdem will die Weinbranche dafür sorgen, dass die Verkaufszahlen in Zukunft nicht noch weiter zurückgehen, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Dominik Peters.

Deutsche Weine müssen gegen ausländische bestehen

Darum haben sich die deutschen Winzer sich ein paar Dinge überlegt, die hiesige Silvaner, Riesling und Grauburgunder attraktiver machen sollen. Denn, und auch das ist wichtig zu wissen, Deutschland ist das größte Weinimportland der Welt. Das heißt, dass deutsche Weine im Regal auch immer gegen die Konkurrenz aus Südafrika, Frankreich, Italien, Spanien oder Kalifornien bestehen müssen. Naja, und manchmal wirkt so ein klassischer Grauburgunder eben ein bisschen bieder im Vergleich zum eleganten Clairette aus der sonnigen Provence.

Wein ist ein Lifestyleprodukt

Die deutschen Winzer haben sich aber etwas einfallen lassen, um die deutschen Sorten strahlen zu lassen. Gerade lässt das Deutsche Weininstitut über "Deutschlands coolsten Wein" abstimmen.

Auch das Etikettendesign ist wieder mehr in den Fokus der Winzer gerückt. Schließlich sind längst nicht alle Weinkäufer auch gleich Weinkenner. Und ein schönes Etikett und ein lustiger Weinname kann eben dazu beitragen, dass gerade junge, hippe Großstädter eine bestimmte Flasche kaufen. Die soll ja schließlich auch gut aussehen auf dem Esstisch. 

"Also in den letzten fünf Jahren ist es wichtig geworden, dass die Etiketten nicht mehr so traditionell sind. Der Kunde sieht im ersten Moment nur die Flasche und das Etikett und das muss ihn eigentlich gleich anziehen."
Winzer Jürgen Andres über Weinetiketten

Besonders gefragt sind mittlerweile auch Weine mit geringem Alkoholgehalt, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Dominik Peters. Rotwein hatte üblicherweise 15 Prozent Alkohol, inzwischen gibt es aber viele Rotweine, die nur 13 Prozent Alkoholgehalt haben. Gerade deutsche Winzer setzen momentan auf leichte Weine, sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. Dafür achten sie bei der Ernte darauf, die Trauben früher zu lesen. Dann ist der Zuckergehalt geringer und entsprechend wird auch der Alkoholgehalt nachher niedriger.

Alkoholfreie Weine kommen

Einige Winzer experimentieren auch mit alkoholfreien Weinen herum, aber mehr als Marketinginstrument denn als wirkliche Alternative zum Wein. Denn anders als bei Bier, verliert Wein sein ganzes Gerüst, wenn man ihm den Alkohol entzieht, sagt Winzer Jürgen Andres. 

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