Wie ist eigentlich unser Sonnensystem entstanden? Ein eisiger Brocken am Rande unseres Sonnensystems könnte ein paar Antworten auf die Frage enthalten: Das Objekt (486958) 2014 MU69, Spitzname "Ultima Thule".

2006 wurde die Raumsonde New Horizons ins All geschickt, um Pluto und seine Umgebung zu erforschen. Da wusste auf der Erde noch niemand von dem Objekt mit dem Namen (486958) 2014 MU69. Denn "Ultima Thule" wurde erst 2014 vom Hubble Teleskop entdeckt. Im Kuipergürtel am Rande unseres Sonnensystems. Und weil das Objekt so weit draußen ist – jenseits der Neptunbahn, rund 6,5 Milliarden Kilometer entfernt von der Erde - bekam es den Namen "Ultima Thule" – in Anlehnung an die mythische Insel am "Ende der Welt". 

Am 1. Januar 2019 werden sich die Wege von New Horizons und "Ultima Thule" kreuzen. Ein Ereignis, dem nicht nur unser Astrophysiker Michael Büker aufgeregt entgegensieht.

"Das wird der erste Besuch bei einem Objekt im klassischen Kuipergürtel, und das hat es noch nie gegeben. Da freu ich mich schon drauf, was da für Daten zurückkommen."
Michael Büker, Astrophysiker
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Blick in die Entstehung des Sonnensystems

Durch den Vorbeiflug erhoffen sich Forscher neue Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystems. Die Bedingungen dafür sind sehr gut, denn das Objekt bewegt sich im dritten Gürtel unseres Sonnensystems, in dem sich nur wenige kleine Körper befinden, erklärt Astrophysiker Michael Büker. Objekte wie "Ultima Thule" sind weder in der Nähe der Sonne gewesen, noch haben sie nennenswert Sonnenstrahlung abbekommen. Deshalb bestehen sie aus sehr viel Wassereis, und in dem sind Informationen über das frühe Sonnensystem enthalten.

"Es gibt auch Chemikalien, die organische Verbindungen ausmachen, wie Stickstoff und Methan. Das ist natürlich spannend. Man hat da ein bisschen eingefroren das äußere Gebiet des frühen Sonnensystems."
Michael Büker, Astrophysiker

New Horizons wird in einer Entfernung von 3.500 Kilometern an "Ultima Thule" vorbeifliegen. Das ist ein näherer Vorbeiflug als an Pluto im Jahr 2015. Damals betrug der Abstand 12.000 Kilometer – und trotzdem ist es New Horizons gelungen, sehr detaillierte Bilder zur Erde zu schicken, sagt Michael Büker.

"Man rechnet damit, Brocken von unter 100 Metern zu erkennen. Außerdem wird die Chemie der Oberfläche und der Umgebung untersucht. Da dürfte viel rauszufinden sein."
Michael Büker, Astrophysiker

Bis alle Daten an die Forscher auf der Erde zurückgeschickt sind, wird es allerdings 20 Monate dauern. Bis diese Daten dann auch ausgewertet sind und neue Erkenntnisse veröffentlicht werden können, wird es nochmal Jahre bis Jahrzehnte dauern, schätzt Michael Büker.

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