Der Sommer könnte wieder extrem heiß werden – das haben Meteorologen jetzt berechnet. Und: Hitze in Kombination mit Corona – das stellt uns vor besondere Herausforderungen. Die Weltwetterorganisation rät, sich frühzeitig darauf vorzubereiten.

Am Pfingstmontag ist der 1. Juni. Für Meteorologen beginnt an diesem Tag offiziell der Sommer. Die Weltwetterorganisation der Vereinten Nationen warnt bereits jetzt vor einem weiteren Hitzesommer auf der Nordhalbkugel. Sie ruft dazu auf, Menschen vor Überhitzung zu schützen. Während der Corona-Pandemie wird das nicht einfach sein.

Das Europäische Zentrum für mittelfristige Vorhersagen und andere Wetterdienste haben auf der Grundlage von langfristigen Wetterdaten berechnet, dass uns ein weiterer extrem warmer Sommer bevorsteht. Allerdings sind solche Vorhersagen für eine ganze Jahreszeit deutlich unsicherer als die Wettervorhersage für die nächsten drei Tage an einem ganz bestimmten Ort.

"Der Trend geht offenbar wieder zu einem überdurchschnittlich warmen Sommer auf der Nordhalbkugel."
Anne Preger, Deutschlandfunk Nova

Für Deutschland ist der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach zuständig. Auch der DWD sieht eine Tendenz zu einem wärmeren Sommer im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. Ob wir mit Regen rechnen können oder ob es ein sehr trockener Sommer wird, darüber machen die DWD-Berechnungen keine klaren Angaben.

Der französische Wetterdienst hingegen geht davon aus, dass es dieses Jahr in Mitteleuropa eher wärmer und trockener wird – verglichen mit den durchschnittlichen Werten für bisherige Sommer.

Die Weltwetterorganisation hat deswegen weltweit dazu aufgerufen, frühzeitig Konzepte zu entwickeln und nicht erst abzuwarten, bis uns eine Hitzewelle erreicht. Das ist auch deswegen wichtig, weil hohe Temperaturen oft für jene Menschen gefährlich werden kann, für die auch eine Corona-Erkrankung schwer verlaufen kann – zum Beispiel alte Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen oder Menschen in Pflegeheimen.

Kühle Orte ohne Ansteckungsgefahr

Die Empfehlungen der Weltwetterorganisation fallen je nach Stadt und Region etwas anders aus und finden sich in einer Empfehlungsbroschüre im Netz. In der Broschüre wird etwa Städten empfohlen, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie es schaffen können, Freibäder, Brunnen und andere Erfrischungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum zu erhalten. Auch klimatisierte Bibliotheken oder Einkaufszentren können bei Hitze ein angenehmer Aufenthaltsort sein. Allerdings muss bedacht werden, wie diese Orte genutzt werden können, ohne dass Menschen sich mit Covid-19 anstecken.

Auf Hitzesommer vorbereiten

Die Wetterorganisation rät den Krankenhäusern, sich auf die besondere Situation einzustellen: Sie müssen sie sich wahrscheinlich auch um Hitzeopfer kümmern und außerdem Corona-Patienten mit Fieber kühl halten.

Auch Unternehmen sollten sich auf einen heißen Sommer vorbereiten. Eine Folge könnte sein, dass Mitarbeiter es bevorzugen, in einem klimatisierten Büro zu arbeiten - anstatt im heißen Homeoffice in ihrer Stadtwohnung.

"Klimaanlagen sollten gut gewartet sein. Im ungünstigsten Fall können die Corona-Erreger weiterverbreiten."
Anne Preger, Deutschlandfunk Nova

Derzeit empfehlen Virologen besonders, in geschlossenen Räumen oft zu lüften. Bei Außentemperaturen von 35 Grad oder mehr wird das schwierig. Und von Ventilatoren, die im Großraumbüro die Luft – und damit auch potenzielle Viren – von einer Person zur anderen pusten, wird jedenfalls abgeraten. Und Klimaanlagen sollten ordentlich gewartet werden, damit sie die Viren nicht verbreiten.