Einfach immer größer zu werden wäre für Berge, Insekten oder Bäume keine gute Strategie. Denn irgendwann sind die physikalischen Grenzen erreicht.

Klar, es gibt Ausnahmen von der Regel. Zehn bis zwölf Zentimeter seien schon groß für einen Käfer, sagt die Evolutionsbiologin Susanne Foitzik. Das scheint dem Riesenbockkäfer, Titanus giganteus, egal zu sein - denn der bringt es auf ganze 17 Zentimeter.

Es gibt sogar Libellen, die 20 Zentimeter groß und Stabheuschrecken, die 30 Zentimeter groß werden können: Das geht aber nur, weil sie so schlank sind. Denn nicht die Länge ist das Problem, sondern das Volumen. Insekten verfügen über ein Außenskelett und Tracheenatmung. Ein System, das nur bis zu einer gewissen Größe gut funktioniert.

Ein Käfer in der Größe eines Elefanten würde unter seinem eigenen Gewicht zusammenbrechen. Die Tracheen-Atmung, also der Luftaustausch über kleine Röhrchen, würde schon sehr viel früher nicht mehr funktionieren.

Andere Umweltbedingungen, andere Größe

Vor 300 Millionen Jahren gab es die Meganeura, eine Riesenlibellenart, die eine Flügelspannweite von 70 Zentimetern haben konnte. Damals war das möglich, weil die Luft einen höheren Sauerstoffanteil hatte. Heute gilt: Käfer, die länger als 20 Zentimeter sind, gibt es einfach nicht.

Kürzlich wurde der Mount Everest neu vermessen. Und siehe da, der höchste Berg der Welt ist 86 Zentimeter größer als bisher angenommen. Er ist demnach 8848,86 Meter hoch.

Doch auch für Berge gibt es eine größte Größe. Theoretische liegt die maximale Höhe für Berge auf unserem Planeten bei zehn Kilometern, da sind sich die Forschenden einig.

Armin Dieldorfer, Geowissenschaftler am Institut für Geologie der Leibniz Universität Hannover, erklärt das so: Ab einer gewissen Höhe wäre das Gewicht dieses Gebirges so hoch, dass das Bergmassiv unter seinem eigenen Gewicht kollabieren würde.

Nach rund 110 Metern war es das für den Riesenmammutbaum

Auch bei Bäumen gibt es ein Limit. Der größte lebende Baum der Erde heißt General Sherman Tree. Ein Riesenmammutbaum, der Schätzungen nach zwischen 1900 und 2500 Jahren alt sein soll. Er steht im kalifornischen Sequoia-Nationalpark. Beheimatet ist diese Baumart in der kalifornischen Sierra Nevada.

Endlos in den Himmel zu wachsen, sei keine sehr erfolgreiche Strategie, sagt Susanne Foitzik, denn je größer der Baum werde, desto dicker müsse der Stamm sein und desto stärker die Wurzeln, um die Stabilität zu wahren.

Der ausladende Stammumfang an der Basis eines Riesenmammutbaums kann bis zu 34 Metern breit sein. Genug, um eine Länge von 100 bis 110 Metern zu stemmen. Und das ist die maximale Größe, die Riesenmammutbäume erreichen können.