In Thailand und Philippinen kann man auf Facebook Bären, wilde Katzen und Reptilien kaufen. Manche Gruppen, die einen solchen illegalen Handel organisieren, bestehen schon viele Monate.

Der illegale Handel mit Wildtieren ist kein neues Phänomen. Neu aber ist, dass auch Facebook dafür benutzt wird. Das Problem: Facebook könnte die entsprechenden Gruppen relativ einfach schließen, bisher aber in vielen Fällen darauf verzichtet. "Ich habe den Eindruck, dass das bei Facebook keine besonders hohe Priorität hat", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat.

Auf Facebook werden Schleichkatzenbabys, Echsen, Schlangen und Krokodile verkauft

Auf das Thema illegaler Wildtierhandel bei Facebook hatte die britische Nichtregierungsorganisation "Traffic" schon im Januar 2018 hingewiesen: Facebook sei inzwischen der Haupthandelsplatz für lebende Reptilien in den Philippinen.

Die NGO Traffic hat aktuell auf einer Pressekonferenz in Thailand eine ganze Reihe von dokumentierten Verkaufsanzeigen vorgestellt. Unter anderem wurden auf Facebook angeboten: ein Kragenbärbaby, Schleichkatzenbabys, Echsen, Schlangen, Krokodile und Exemplare des Schildschnabels, der größte Vertreter aus der Familie der Nashornvögel. Zwar sind seit 2016 einige Gruppen, in denen die Tiere zum Verkauf angeboten werden, geschlossen worden - doch in den verbleibenden haben sich dafür die Mitgliederzahlen verdoppelt.

"Facebook sollte hier vielleicht nochmal die Prioritäten nachjustieren."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Dafür, dass es für exotische und seltene Tiere eine Nachfrage gibt, gibt es unterschiedliche Gründe:

  • Die Tiere dienen tatsächlich als lebendige Stofftiere, etwa die Kragenbärbabys.
  • Schleichkatzen sind für das Veredeln von Kaffeebohnen bekannt. Sie fressen die Bohnen, scheiden sie wieder aus und erzeugen so das spezielle Kaffeearoma.
  • Echsen, Schlangen und Krokodile werden auch verspeist.
  • Bestimmte Tierteile gelten als potenz- und gesundheitsfördernd - in den Facebook-Gruppen wird nicht nur mit lebenden Tieren, sondern auch mit Tierteilen gehandelt.

Die NGO Traffic sagt: Im Extremfall kann schon das Einfangen eines einzigen Exemplars eine ganze Art gefährden. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat: "Insofern sollte Facebook hier vielleicht noch mal die Prioritäten nachjustieren und solche Gruppen schnell schließen."

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