Wer im Winter schlechtere Stimmung hat als sonst, könnte von Lichtmangel betroffen sein. Die einfache Lösung: Raus gehen. Die aufwändigere: Eine spezielle Tageslicht-Lampe.

Die dunkle Jahreszeit ist da. Aktuell (1. November) geht die Sonne um circa 7:30 Uhr auf und um 17 Uhr unter. Und bis zum 21. Dezember werden die Tage immer kürzer. Der Tag ist dann nur rund acht Stunden lang.

Viele Menschen haben mit dieser Jahreszeit Probleme. In einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Yougov aus dem vergangen Jahr gaben 65 Prozent der 2.000 Befragten an, "zumindest manchmal" im Winter eine Antriebs- und Energielosigkeit zu spüren. Rund die Hälfte berichtet von einem erhöhten Schlafbedürfnis.

Eine ältere Befragung der Techniker Krankenkasse aus dem Jahr 2013 bestätigt diese Bestandsaufnahme: 31 Prozent der Frauen und 16 Prozent der Männer gaben an, die Stimmung sei "im Herbst und Winter generell nicht so gut".

"Die saisonal abhängige Depression ist eigentlich nichts anderes als ein Überbleibsel des Winterschlafs beim Menschen."

Der Zusammenhang zwischen Melancholie und Antriebslosigkeit einerseits und den kurzen Tagen andererseits ist erklärbar: Die geringere Menge an Tageslicht ist oftmals Schuld. Denn Tageslicht sorgt dafür, dass Menschen weniger das Schlafhormon Melatonin ausschütten, dafür aber mehr das anregende Serotonin.

Nicht immer, aber in vielen Fällen ist ein Serotonin-Mangel verantwortlich für den Winterblues oder sogar eine richtige Winter-Depression. Der kann auch mit einem Vitamin-D-Mangel zusammenhängen.

Spazieren gehen hilft

Der einfachste Tipp bei schlechter Stimmung durch zu wenig Licht: Wenn es hell ist, also zum Beispiel mittags, draußen spazieren gehen. Denn Sonnenlicht sorgt dafür, dass der Körper Vitamin D bildet, das wiederum den Serotoninspiegel anheben lässt.

Wenn spazieren gehen am Tag nicht möglich ist, könnte uns – je nach Situation – auch eine Tageslichtlampe helfen, die Licht in der Lichtfarbe von Tageslicht produziert. Die sogenannten Lichttherapie ist wissenschaftlich anerkannt, allerdings keine Kassenleistung. Bei manchen Vorerkrankungen, zum Beispiel Augenkrankheiten, und der Einnahme bestimmter Medikamente wird von der Lichttherapie abgeraten. Der regelmäßige Einsatz einer Tageslichtlampe sollte vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.

Vors Fenster setzen hilft nicht

Wie wäre es damit, sich einfach vors Fenster zu setzen? Dann muss es aber schon geöffnet sein. Denn moderne Glasscheiben filtern bestimmte Anteile des Tageslichts heraus – der positive Effekt auf die Stimmung ist damit nicht mehr da.