Die "Sonne" ist das modernste Forschungsschiff seiner Art und wird heute in Wilhelmshaven in Dienst gestellt. 124 Millionen Euro hat es gekostet, es gibt Platz für 35 Matrosen und 40 Wissenschaftler. Bald heißt es: Auf nach Neuseeland!

Das Schiff ist vollgestopft mit High Tech. Besonderes Feature der "Sonne": Sie hat ein extrem gutes Positionierungssystem. Auch wenn es mal auf hoher See etwas stürmischer ist, treibt es nicht einfach ab. Das ist wichtig für die Forscher: "So haben wir die Möglichkeit, unsere ganzen Tiefseewinden auch in mehreren Kilometern Tiefe einzusetzen", erklärt Katrin Huhn, die die Wissenschaftler an Bord leitet. So können sich die Wissenschaftler auf langwierigere Untersuchungen konzentrieren und Proben aus dem Meeresboden entnehmen.

"Es kommt immer auf die Art des Gesteins an, wie schnell man bohren kann. Im Normalfall ist unser Bohrgerät aber durchaus 48 Stunden am Meeresboden."

Forschungsschwerpunkt der "Sonne" sind die submarinen Rutschungen. Die kann man sich vorstellen wie Schnee- oder Gerölllawinen, nur dass sie unter Wasser vorkommen können - und dort sehr viel größer sind. Es kommt vor, dass Gesteinsmassen mehrere hundert Kilometer einen Hang von vielleicht ein oder zwei Grad Neigung herunterrutschen.

25 Tage auf hoher See

"Diese Rutschungen können Tsunamis auslösen", erklärt Katrin Huhn. Außerden zerrreißen sie Kabeltrassen im Mittelmeer, die etwa für die Kommunikation, Telefon, Internet und so weiter wichtig sind. Um das zu erforschen, reist die "Sonne" 2016 nach Neuseeland, wo Rutschungen sehr häufig vorkommen und entsprechend gut erforscht werden können.