Hohe Mieten in den Uni-Städten sind seit Jahren ein Problem. Wir haben uns die Lage angesehen und die Pläne - Notschlafstätten zum Beispiel.

Unsere Reporterin Ilka Knigge hat sich angesehen, wie der aktuelle Stand auf dem Wohnungsmarkt in deutschen Universitätsstädten ist. Dafür hat sie sich als wohnungssuchende Studentin ausgegeben.

Mieten sind in den letzten drei Jahren um 12 Prozent gestiegen

In allen Städten, wo sich Ilka auf die Suche gemacht hat, sind die Preise für WG-geeignete Wohnungen angestiegen. Die Zahlen kommen von dem Maklerunternehmen Homeday, das im Auftrag der Wirtschaftswoche die aktuellen Mieten in 75 Uni- und Hochschulstädten mit den Preisen des Jahres 2015 vergleicht. Das Unternehmen hat sich auf WG-geeignete Wohnungen konzentriert, also Wohnungen, in die wahrscheinlich Studierende einziehen. Dabei ist herausgekommen: Im Schnitt sind die Mieten in den letzten drei Jahren um ganze 12 Prozent gestiegen.

Ein Beispiel: Musste man für eine Dreizimmerwohnung 2015 pro Monat 900 Euro warm bezahlen - oder 300 Euro pro Person -, kostet sie 2018 satte 1008 Euro oder 36 Euro mehr pro Person.

Statt WG – Notschlafstellen auf Zeit

In München sind die Mieten für WG-geeignete Wohnungen am deutlichsten gestiegen, laut dieser Untersuchung um 23,1 Prozent. Knapp dahinter kommt aber schon Berlin mit 22,2 Prozent. Und auch Münster liegt etwas über dem Durchschnitt mit 14,7 Prozent.

Wenn Studierende eine Zusage für den Studienplatz erst eine Woche vor Semesterstart bekommen, brauchen sie eine schnelle Lösung. Dafür gab es in Städten wie Hamburg, Stuttgart und Köln 2017 Notschlafstellen der Astas. Die waren in der Regel kostenlos und werden sicher auch 2018 wieder in einigen Städten angeboten.

Ilka hat mit Georg Schlanzke vom Deutschen Studentenwerk über weitere Pläne gesprochen. Er meint, dass in Münster nicht mehr benötigte Erstunterkünfte für Geflüchtete eventuell für Studierende zur Verfügung stehen werden.

"Was zum Beispiel in Münster in Diskussion ist, dass man Erstunterkünfte für Flüchtlinge, die derzeit nicht benötigt werden, dass man dort vorübergehend Studierende unterbringt."
Georg Schlanzke, Deutsches Studentenwerk, zuständig für Allgemeine Verwaltung und Grundsatzfragen

Damit die Studierenden aber auch langfristig unterkommen, werden in einigen Städten neue Wohnheime gebaut. Das Kölner Studierendenwerk versucht zum Beispiel bis 2023 etwa 600 neue Plätze für Studierende anzubieten. Insgesamt verfügt die Organisation über 5031 Plätze. Angesichts von über 80.000 Studierenden ist das immer noch wenig. 

Einige Unis gehen weiter: Die Zeitung Die Welt berichtet, dass in Konstanz überlegt wird, einen Teil der Uni an den Standrand zu verlegen, weil es dort noch günstigere Wohnungen gibt.

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