Die Hitze und Dürre in diesem Jahr hat auch den Fichten zugesetzt. Viele sind vertrocknet. Deshalb sammeln Zapfenpflücker Samen von gesunden Bäumen, um die Nadelbäume und deren Qualität zu erhalten. 

Die Zapfenpflücker klettern in die Wipfel der Fichten, bevor die Zapfen "reif" sind und sich öffnen, um mit dem Wind die Saat zu verbreiten. Sie sammeln die Samen, um die Fichte zu erhalten und um die Qualität der Wälder auf einem bestimmten Niveau zu halten, sagt Zapfenpflücker Kay Busemann. 

Strenge Auswahl der besten Fichten

Kay Busemann klettert nicht irgendwelche Nadelbäume oder Fichten hoch, sondern die "Samenspender" werden gezielt ausgesucht. Dabei kommt es auch darauf an, in welchen Waldgesellschaften die Bäume zu Hause sind. In Nordrhein-Westfalen legt zum Beispiel das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald fest, in welche Bäume die Zapfenpflücker klettern sollen. 

Würden wir den Wald sich selbst überlassen, würde es bestimmte Baumarten vielerorts nicht mehr geben, sagt Kay Busemann. Beispielsweise wächst die Fichte eigentlich nur in Lagen über 1000 Metern.

"Die Fichte würde nicht überall wachsen. Natürlicherweise wächst sie über 1000 Meter, die würde im Flachland gar nicht wachsen."
Kay Busemann, Zapfenpflücker
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Die Gemeine Fichte, so wie sie in Mittel-, Ost- und Nordeuropa vorkommt, liebt ein feuchtes und kühles Klima. In Deutschland kommt sie vor allem in den Bergwäldern der Alpen und der Mittelgebirge vor. Die Forstwirtschaft pflanzt die Fichte gezielt auch in tieferen Lagen an. Ihr schnelles Wachstum rechnet sich für die Holzwirtschaft.

Klimawandel schadet Fichten in tieferen Lagen 

Der Klimawandel und die Hitze- und Dürrephasen in diesem Jahr machen die Fichten kaputt, sagt Kay Busemann. Teilweise seien die Bäume komplett vertrocknet und haben keine Zapfen ausgebildet haben. Oder die Zapfen sind viel reifer und trockener als sonst und verbreiten sich schon mit dem Wind. "Die Fichte fängt jetzt schon an, wegzufliegen", sagt Kay Busemann. Normalerweise passiere das erst im März.

"In manchen Bundesländern ist die Fichte stellenweise komplett vertrocknet. Die haben überhaupt keine Zapfen, die befruchtet sind. Das war schon sehr dramatisch dieses Jahr."
Kay Busemann, Zapfenpflücker

Dort, wo die Fichten voller Zapfen hängen, wird aber gesammelt: Oben im Baum pflückt Kay Busemann die Zapfen in Säcke, die zwischen 20 und 40 Kilogramm schwer werden. Nach der Ernte werden die Zapfen sofort ausgebreitet.

Amtliche Auswahl

Sobald die Samen getrocknet sind, kommen sie wieder in Säcke und werden verplompt in die Klenge gebracht, wo das Saatgut gelagert wird – alles unter strenger staatlicher Aufsicht, sagt Kay Busemann. In der Klenge trocknen die Zapfen weiter, bis die Samen herausgefallen sind.

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