Nach dem Urlaub beginnen im Büro die Trauerphase und das große Selbstmitleid: Das muss nicht sein. Unser Reporter hat sich angeguckt, was wir dagegen tun können. 

Wenn die Statistik der Siemens-Betriebskrankenkasse stimmt, dann habt ihr mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit nach dem Urlaub erst mal den Blues. Der dauert dann zwischen einem und drei Tagen und nennt sich Post-Holiday-Syndrom.

Stephan Beuting erklärt das Phänomen und weiß, was man dagegen tun kann. Für ihn ist das Urlaubsende der Übergang vom puren Sein zum schnöden Funktionieren. Organisations-Psychologen wie Stefan Poppelreuter beschäftigen sich gerne mit solchen Umbrüchen. Unser Reporter hat sich zwei Tipps von ihm geholt.

E-Mails als Problem

Erstes Problem: das E-Mail-Postfach. Auch an normalen Montagen ist es schon voll, aber nach dem Urlaub häufen sich ungelesene Mails im gefühlt dreistelligen Bereich.

Zwei Tips von Stefan Poppelreuter:

  • Werbung und Spam aussortieren
  • CC-Mails aussortieren

Stephan hat auch mit der Arbeitsmedizinerin Manuela Jacob-Niedballa gesprochen. Sie rät dazu, erst mal einmal Stift und Papier zu nehmen, drei Kästchen für drei wichtige Tagesaufgaben zu malen und sie mit ganz wenigen Stichworten zu füllen.

"Sie können lernen, ihre Arbeitsorganisation so zu optimieren, ihre Prioritäten so zu setzen, dass sie nicht den Überblick verlieren. Wenn Sie anfangen, sich in E-Mails zu verzetteln, dann sind sie im Stress und können am Ende gar nichts mehr schaffen."

Zweites Problem: Nach dem Urlaub gibt es bei der Arbeit eine große emotionale Baustelle: den Urlaub-Arbeit-Clash auf zwischenmenschlicher Ebene. Manuela Jacob-Niedballa sagt, man solle sich mit allzu schönen Urlaubserzählungen zurückhalten.

"Nur, wenn ich zu viel davon bringe, die anderen in der Situation verausgabt sind, wenn ich denen bewusst mache, wie hoch die Fallhöhe zwischen denen und mir ist, dann gibt es Probleme."

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