Wer kein gutes Abi hat aber trotzdem Medizin studieren will, für den könnte Frankreich eine Option sein: Das Land will den Numerus Clausus ab 2020 abschaffen. Auch andere EU-Länder haben teils weniger hohe Hürden für die Studienplatzvergabe als Deutschland.

Für ein Medizinstudium in Deutschland braucht man entweder ein ziemlich gutes Abitur, viel Geduld - oder man muss das Auswahlverfahren einer Hochschule bestehen. Doch fast immer spielen die Noten eine wichtige Rolle, sagt unsere Reporterin Rahel Klein.

In Frankreich dagegen hat sich die Situation geändert: Dort hat die Nationalversammlung beschlossen, den Numerus Clausus ab Herbst 2020 für das Medizinstudium abzuschaffen. Damit will die Regierung den Ärztemangel bekämpfen.

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Im Ausland Medizin studieren, das geht in einigen Ländern ganz gut. Ein Klassiker ist Österreich, so unsere Reporterin. Dorthin würde es viele Deutsche ziehen. Der große Vorteil: Es gibt keine Sprachbarriere, keinen Numerus Clausus und auch keine Studiengebühren.

"Ein Klassiker dafür ist Österreich. Da gehen viele Deutsche hin, weil es keine Sprachbarriere und weder NC noch Studiengebühren gibt."
Rahel Klein, Deutschlandfunk Nova

Medizin studieren in der Alpenrepublik – das geht in Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg. Die einzige Zulassungsvoraussetzung sei ein Medizinertest, der MedAT. "Da musst du unter anderem naturwissenschaftliche Fragen beantworten, und deine kognitiven Fähigkeiten werden getestet", weiß Rahel. Wer ganz oben im Ranking landet, der hat den Platz. Insgesamt vergibt Österreich 20 Prozent der Studienplätze an EU-Bürger.

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Italien verzichtet auch auf einen Numerus Clausus beim Medizinstudium. "Da musst du den IMAT-Test machen. Da wird Bio, Chemie, Allgemeinwissen abgefragt", sagt Rahel Klein. 

Abschluss im EU-Ausland wird anerkannt

Wer sich für ein Medizinstudium im EU-Ausland entscheidet, kann sich auf jeden Fall sicher sein, dass der Abschluss auch in Deutschland anerkannt wird.

"Du kannst dir auf jeden Fall sicher sein, dass der Abschluss im EU-Ausland auch in Deutschland auch anerkannt wird. Da gibt es eine Richtlinie der EU, die das regelt."
Rahel Klein, Deutschlandfunk Nova

Auch viele osteuropäische Länder sind beliebte Studienstandorte für Mediziner. "Da hast du niedrige Lebenshaltungskosten und viele gute Unis für Medizin", sagt Rahel. Zum Beispiel Bulgarien: Hier braucht ihr keinen NC, doch die Unis legen Wert auf gute Noten in Bio und Chemie. Die Plätze werden über eine Aufnahmeprüfung vergeben.

Kein NC, aber Studiengebühren

Einen Haken gibt es aber an der Sache: In anderen Ländern ohne NC ist das Medizinstudium oft nicht kostenlos: Wer in Bulgarien studieren will, muss 3.500 bis 4.000 Euro pro Semester zahlen. Das gesamte Studium kostet dann ungefähr 50.000 Euro. Noch teurer ist es beispielsweise in Ungarn. "Da kannst du auch mal 7500 Euro pro Semester zahlen", erklärt Rahel.

Wechsel vom Ausland nach Deutschland möglich

Ein Wechsel während des Studiums an eine Deutsche Uni ist prinzipiell möglich, allerdings nicht ganz einfach. Manche Studenten bewerben sich für ein höheres Fachsemester an einer Uni in Deutschland, manchmal klappt es. Andere klagen sich auch ein - mit Hilfe spezialisierter Anwälte.

"Manche klagen sich aber eben auch in ein Studium in Deutschland ein. Da gibt es ganz Agenturen mit Rechtsanwälten, die darauf spezialisiert sind."
Rahel Klein, Deutschlandfunk Nova

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