Menschen wie Victoria, die körperlich-motorisch eingeschränkt sind, haben oft eine Assistenz. So können sie ein selbstbestimmtes Leben führen.

Victoria Michel hat seit ihrer Geburt eine Muskelerkrankung. Damit sie ihr Leben und ihr Studium der Medien- und Sozialwissenschaften an der Uni Bochum absolvieren kann, braucht sie Hilfe.

Das ist kein Pflegedienst, das ist Victoria wichtig. Sie will selbst darüber entscheiden, wann und wie sie Hilfe in Anspruch nimmt. Im Gegensatz zu einer Assistenz übernimmt eine ausgebildete Pflegekraft schnell das Kommando und ist auch nicht so flexibel in der Zeiteinteilung, wie Victoria das braucht.

"Vorher musste ich immer Rücksicht auf andere Leute nehmen. Dadurch, dass ich jetzt 24 Stunden jemanden habe, kann ich jederzeit sagen, dass ich irgendwas machen möchte, und muss nicht warten, dass jemand von einem Pflegedienst kommt."
Victoria Michel

Manuela Weichsel macht 24-Stunden-Schichten bei Victoria. Sie geht mit ihr zur Uni und übernimmt zu Hause Pflege- und Haushaltsaufgaben. Wenn zwei Menschen so viel Zeit miteinander verbringen und Einblicke in die Intimsphäre des anderen bekommen, müssen sie sich gut verstehen, weshalb Victoria ihre Assistentinnen sorgfältig auswählt.

Seit drei Jahren arbeiten zehn Assistentinnen für Victoria.

"Am Anfang, vor meiner ersten Schicht, war ich noch aufgeregt. Aber es ist so, dass Vici einem diese Angst total nimmt, weil sie selber genau weiß, was sie braucht."
Manuela Weichsel, Assistentin

Mit der Zeit, sagt Assistentin Manuela, ist ihr Victoria immer vertrauter geworden, und so wurde auch der Umgang mit ihr immer lockerer. Bestimmte Dinge, wie Victoria in den Rollstuhl zu setzen, sind ihr am Anfang schwer gefallen, aber mit einer gewissen Zeit und etwas Übung hat sie auch das gelernt.

"Ich bin unvoreingenommen in den Job reingegangen und dachte, ich schau, was passiert, und mache genau das, was Vici will, und nicht so, wie ich es in einer Ausbildung gelernt hätte."
Manuela Weichsel, Assistentin

Für Victoria ist klar, dass sie niemals Freunde einstellen würde. Assistenz ist keine Freundschaft, sondern Arbeit, auch wenn sich Manuela und Victoria näher kommen und gemeinsame Interessen haben. Denn klar ist auch: Eines Tages ist Manuela mit ihrem Studium fertig und wird ins Berufsleben einsteigen. 

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