Es soll potent machen. Das Pulver, das aus den Hörnern von Nashörnern gewonnen wird. Die illegale Jagd auf Tiere läuft auf Hochtouren. Künstliche Befruchtung soll nun eine Nashorn-Art erhalten. Wir können uns die Tiere dann zumindest noch im Zoo anschauen. Doch hilft das kaum gegen das eigentliche Problem, nämlich die Wilderei.

Mehr als 1200 Nashörner wurden im vergangenen Jahr allein in Südafrika abgeschlachtet von Wilderern. Die Tiere müssen wegen ihrem Nashorn sterben. Das daraus gewonnene Pulver bringt viel Geld auf den Schwarzmärkten in Asien, es soll heilen und auch potent machen. Seit 30 Jahren wurden in Südafrika nicht mehr so viele Nashörner illegal getötet wie im Jahr 2014.

Besonders bedroht sind die nördlichen Breitmaul-Nashörner. Von ihnen gibt es nur noch vier Weibchen und ein Männchen. Eins der Nashörner lebt in einem Zoo in Tschechien, eins in San Diego in den USA und drei in Kenia. Wissenschaftler haben deshalb auf einer Konferenz in Nairobi beschlossen, die Eizellen der Weibchen einzufrieren. Die Samenzellen von einem Nashorn-Bullen wurden bereits im vergangenen Jahr abgezapft.

Leihmutter für das nördliche Breitmaul-Nashorn

Zunächst will man noch abwarten bis die Technik der künstlichen Befruchtung noch weiter ausgereift ist. Dann sollen die Embryos in eine Leihmutter eingepflanzt werden und zwar in ein weibliches Südliches Breitmaul-Nashorn. Davon gibt es noch ein paar Tausend.

Die Wissenschaftler sehen in der künstlichen Befruchtung die letzte Chance. Versuche der natürlichen Fortpflanzung sind gescheitert. Vor ein paar Jahren wurden vier Nashörner aus Tschechien nach Kenia gebracht. Man hatte gehofft, dass sich die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung vermehren. Doch das hat nicht geklappt.

Doch das eigentliche Problem ist die Wilderei. Deshalb fragen sich Experten, warum Geld in künstliche Befruchtung gesteckt wird, anstatt in Projekte, um die Nashörner zu schützen. Dabei gibt es mittlerweile erfolgsversprechende Ansätze gegen die Wilderei. Die Behörden in Südafrika haben zum Beispiel eine DNA-Datenbank eingerichtet, in der genetische Fingerabdrücke getöteter Nashörner gespeichert werden. Entdecken Polizisten bei einem Wilderer zum Beispiel eine Machete mit Blut oder Hornresten, können sie nachvollziehen, von welchem Tier diese stammen. Außerdem können die Wilderer so überführt werden.

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