Am Donnerstag (26.04.2018) startet der erste Teil von "Avengers - Infinity War" in den Kinos, der 19. Film aus dem sogenannten MCU, dem "Marvel Cinematic Universe". Ganze 22 Superhelden rennen einem Mega-Bösewicht hinterher. Deutschlandfunk-Nova-Filmexperte Tom Westerholt hat eine klare Meinung zu dem Film.

"Iron Man", der erste Kinofilm aus dem MCU sorgte 2008 für ziemliches Aufsehen, erinnert sich Tom. Aus dem Stand wurde er ein Mega-Blockbuster. Die Form realer Comicverfilmung war neu, ähnlich gab es sie vorher höchstens bei den Spider-Man-Filmen. 

"Bei 'Iron Man' war aber alles noch krasser, noch technischer und letzten Endes der Beginn einer Milliarden-Cashcow, die seitdem weiter und weiter gemolken wird."
Tom Westerholt, Deutschlandfunk-Nova-Filmexperte

Nur… irgendwann geht das einfach nicht mehr, sagt Tom. Aus einem einfachen Grund: 19 Filme in 10 Jahren, das bedeutet im Schnitt knapp zwei pro Jahr. Ein wirklicher Woweffekt, etwa durch neue Computer-Animationsmöglichkeiten, lässt sich visuell aber höchstens im Drei-Jahres-Vergleich wahrnehmen. 

Größer, schneller, weiter und immer weiter

Die visuellen Unterschiede von Film zu Film sind also einfach zu gering. Wer also in "Infinity War" geht und optische Steigerung im Vergleich zu "Black Panther" oder "Thor – Tag der Entscheidung" erwartet, der wird enttäuscht werden, meint Tom.

"Das Motto scheint zu sein: Wenn wir uns qualitativ nicht weiter steigern können, weil alles an Technik gerade ausgeschöpft ist, dann muss eine quantitative Steigerung her."
Tom Westerholt, Deutschlandfunk-Nova-Filmexperte

Die Macher von "Avengers - Infinity War" leihen sich andere Marvel-Helden, die bisher nichts mit den Avengers zu tun hatten. 

Begründet wird das mit dem Bösewicht des Films: Thanos, der grausame Ziehvater von Gamora (die mit der grünen Haut aus "Guardians Of The Galaxy") will schlicht und ergreifend eine Art Gott des Universums werden. Dafür braucht er allerdings sämtliche "Infinity-Steine", die der Legende nach beim Urknall des Universums entstanden sind.

22 Superhelden jagen den Mega-Bösewicht

Die Avengers - also Iron Man, Thor, Hulk und die anderen - beschützen einige dieser Steine. Avengers und Guardians müssen sich also erstmals treffen und besprechen, welches gemeinsame Vorgehen Sinn macht.

Die Erweiterung der Truppe reicht aber nicht wirklich, um dem Film genug Neues zu verpassen, sagt Tom. Die beiden "Guardians Of The Galaxy"-Filme waren vor allem wegen ihres coolen Humors und der sarkastischen Gags so ein Riesenerfolg, glaub unser Filmexperte.

"Im Vergleich mit den Avengers sind die Guardians die lustigere Truppe - auch jetzt in diesem Film. Man merkt richtig, wie die Avengers versuchen, irgendwie mitzuhalten, so eine Art Gag-Battle."
Tom Westerholt, Deutschlandfunk-Nova-Filmexperte

Das Problem: 160 Minuten Film sind leider nur mit einer superdünnen Story gefüllt: 22 gegen Thanos. fertig. Dabei sind die vielen Helden wie bei einem Wimmelbild über unzählige Schauplätze verteilt – etwas wirklich Homogenes kann da nicht entstehen.

Heterogenes Wimmelbild an vielen Schauplätzen

Dadurch verliert sich der Witz, dadurch wirkt alles etwas zerrissen und dadurch entstehen auch echt zähe Momente, sagt Tom. Als Fan kriegt man zwar die Superheldenüberdosis, doch einzig spannend bleibt eigentlich die Frage: Wie viele der 22 Helden, die gegen den übermächtigen Thanos kämpfen, kommen am Ende auch wieder lebend raus?

Die Fortsetzung "Infinity War, Teil 2" kommt in genau einem Jahr in die Kinos.

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