Ruth Morell ist Baumpflegerin. Sie, ihre Kolleginnen und Kollegen kümmern sich um Bäume in der Stadt. Sie richtig zu bewässern ist gar nicht so einfach.

Bevor Ruth in den Baum klettert, muss vorher jemand dort gewesen sein, der sich den Baum angeschaut hat. Wenn die Person dann entschieden hat, was gemacht werden muss oder eben auch nicht, geht die Arbeit für die Baumpflegerin los. Mit Helm, Seil und Karabinerhaken klettert sie dann in die Baumkrone.

Häufig geht es um die Verkehrssicherheit, etwa darum, genügend Licht für Autos zu schaffen oder Äste zu kürzen, damit Fußgänger und Fahrradfahrer genügend Platz haben. Manchmal muss sie auch Totholz entfernen, damit es nicht plötzlich runterfällt und Menschen verletzt.

"Ein Baum braucht viele Hundert Liter Wasser am Tag."
Ruth Morell, Baumpflegerin

Ruth sagt, dass hohe Temperaturen im Sommer den Bäumen zu schaffen machen, vor allem für einzeln stehende Bäume sind lange Hitzeperioden anstrengend. Aber einen Baum richtig zu bewässern, das ist gar nicht so einfach, denn ein Baum braucht viel Wasser: "Es reicht jetzt nicht. einmal morgens da ein paar Liter hin zu schütten", sagt Ruth Morell, "ein Baum braucht wirklich viele Hundert Liter am Tag." Idealerweise müsse das Wasser tröpfchenweise in den Boden sickern – in den Wurzelraum. Ob der Baum das Wasser dann gut aufnehmen kann, hängt noch davon ab, wie gut seine Wurzeln überhaupt ausgebildet sind.

Bäume sind wichtig fürs Mikroklima

Egal ob wir an der Bushaltestelle stehen, mit Kindern auf dem Spielplatz sind oder im Café sitzen – wenn es Bäume gibt, spenden sie uns nicht nur Schatten, sondern sie beeinflussen auch das Mikroklima, weil sie Feuchtigkeit an die Luft abgeben. Bäume filtern die Luft, sie wirken wie eine Bremse für Wind und ganz besonders große, ausladende Bäume mit vielen Blättern funktionieren auch wie eine Art Lärmschutz, sagt Ruth.

"Leider werde ich erst gerufen, wenn die Dinge schon schief gelaufen sind."
Ruth Morell, Baumpflegerin

Die Baumpflegerin bedauert, dass sie oft erst dann gerufen wird, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Zum Beispiel wenn nach Grabungsarbeiten das Wurzelwerk von Bäumen beschädigt wurden. Oder wenn Äste durch Lastwägen abgerissen wurden. "Da gibt es großes Verbesserungspotenzial", sagt sie.