Am 8. März wird in Berlin gefeiert - ganz offiziell soll der Weltfrauentag zum Feiertag werden. Katharina Wrohlich und Stefanie Lohaus sagen unserem Reporter, worum es geht.

Der 8. März ist der Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden. Berlin will diesen Tag nun als erstes Bundesland zum Feiertag machen. Die Wissenschaftlerin Katharina Wrohlich und die Journalistin Stefanie Lohaus haben unsern Reporter Stephan Beuting auf den neusten Stand in Sachen Emanzipation gebracht.

Gender-Pay-Gap als Aufgabe

Bei aller Freude über den neuen Feiertag, gibt es noch einiges zu tun. Katharina Wrohlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung erinnert beispielsweise an den Gender-Pay-Gap, die ungerechte Bezahlung von Frauen und Männern.

"Der misst die durchschnittliche Differenz von Männerlöhnen und Frauenlöhnen. Die liegt in Deutschland seit Anfang der 2000er Jahre bei 20 Prozent."

Auch von einer paritätischen Besetzung des Bundestags sind wir noch weit entfernt. Daran erinnert die Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Stefanie Lohaus.

"Im Bundestag sind 30,9 Prozent Frauen vertreten und das ist ein Rückfall in die Zeit von vor 20 Jahren. Also, es ist massiv zurückgegangen."
Stefanie Lohaus, Journalistin und Kulturwissenschaftlerin

Wie unbewusst wir mit dieser und weiteren Ungerechtigkeiten umgehen, hat Katrin Auspurg herausgefunden. Die Soziologin konnte experimentell nachweisen, dass Probanden beider Geschlechter  Frauen grundsätzlich weniger Gehalt zubilligen als Männern.

Eine Lohndifferenz von acht bis 10 Prozent, wird von Frauen und Männern gleichermaßen als gerecht empfunden. In der Forschung heißt das unconscious bias, also unbewusste Voreingenommenheit.

"Diese unbewussten geschlechterstereotypen Zuschreibungen, die Männer wie Frauen im Kopf haben, die eben sehr lang tradiert sind und die wir nach wie vor alle in den Köpfen haben."

Über diese lange Tradition der Ungerechtigkeit, findet Stephan, lohnt es sich nachzudenken – auch am 8. März.

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