Im August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer. 28 Jahre und 88 Tage später wurde sie wieder geöffnet. Heute ist die Öffnung auch wieder 28 Jahre und 88 Tage her. Wir erinnern uns an die Geschichte der deutsch-deutschen Teilung.

Am 13. August 1961 begann der Mauerbau. Die Baustelle musste von Soldaten gesichert werden. Die Häuser in der Bernauer Straße standen auf der Grenze zwischen dem Berliner Ost- und Westsektor. Ihre Haustüren und Fenster wurden zugemauert. Viele versuchten noch zu fliehen, bevor die Mauer dicht war. Später wurden die Häuser abgerissen, um für Grenzanlagen und Todesstreifen Platz zu schaffen – auf einer Länge von 155 Kilometern. Die Zahl, wie viele Menschen bei der Flucht an der Mauer zu Tode kamen, ist umstritten. Man spricht aber von mindestens 140 Menschen.

Als die Mauer am 9. November 1989 geöffnet wurde, hatte sie 10.315 Tage Ost- und Westdeutsche voneinander getrennt. Am 5. Februar 2018 sind es nun wieder genau 10.315 Tage seit dem Fall der Mauer. 

Für den Archäologen Torsten Dressler sind die Mauerreste über und unter der Erde bedeutende Fundstücke. Sie dokumentieren die Epoche der DDR und der Teilung Deutschlands.

Torsten Dressler, Archäologe steht an einer Baustelle mit Resten der Berliner Mauer.
© Deutschlandfunk Nova | Grit Eggerichs
Torsten Dressler lehnt an einem Betonbrocken, aus dem Eisenstümpfe ragen. 28 Tonnen Fahrzeugsperre, die Autos daran hindern sollten, die Mauer einfach mit Karacho zu durchbrechen.
"Es ist eine in sich abgeschlossene Epoche, so ist es nun mal, die DDR ist vergangen. Und das hat die gleiche Berechtigung wie sich jetzt die Bronzezeit vorzunehmen oder das Mittelalter."
Torsten Dressler, Archäologe

Auf dem ehemaligen Grenzstreifen an der Bernauer Straße steht heute eine Gedenkstätte, die im Jahr von rund einer Million Menschen besucht wird. Für die Menschen, die nach 1961 geborenen wurden, war die Mauer nicht wegzudenken. Andersrum können sich die nach 1989 Geborenen heute diese Teilung kaum noch vorstellen.

Trotz Mauerfall ist Deutschland immer noch geteilt

Nicole und David wohnen im Erzgebirge und besuchen bei einem Trip in die Hauptstadt auch die Gedenkstätte. Nicoles Vater kann ihr noch von seiner Wehrzeit berichten, die er als Grenzsoldat abgeleistet hat. Obwohl Nicole die DDR kaum noch kennt, spürt auch sie die Teilung, die noch immer durch Deutschland geht.

Nicole und David an der Gedenkstätte Bernauer Straße
© Deutschlandfunk Nova | Grit Eggerichs
"Es gibt kein hüben und drüben mehr, aber man sagt es halt noch so, ne?", sagt David.
"Mir würde spontan niemand einfallen, der im Westen gelebt hat."
Nicole aus dem Erzgebirge

Sebastian und Anna aus Polen schlendern an den Schwarz-Weiß-Bildern von der Berliner Mauer vorbei. Sebastian berührt besonders die Vorstellung, wie Nachbarn in ein und derselben Straße durch die Mauer voneinander getrennt wurden. Und Anna erinnert sich daran, sie ist 1989 geboren, dass ihre Eltern hoffnungsvoll von der Zukunft gesprochen haben und dass auf Anna eine andere, bessere Welt wartet.

Anna und Sebastian aus Polen stehen vor Schwarz-Weiß-Bildern mit der Berliner Mauer.
© Deutschlandfunk Nova | Grit Eggerichs
Sebastian: "How big politics sometimes gets into the way of everyday life, dividing people forever, as they may have believed back then."

Philipp aus Norddeutschland sieht in der Berliner Mauer ein mahnendes Beispiel für die Welt. So eine Mauer darf es nie wieder geben, sagt er und denkt dabei an die Pläne von US-Präsident Trump, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko zu errichten.

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