Bald landet das neue iPhone auf dem Ladentisch. Dann heißt es wieder: kaufen. Und was passiert mit dem alten? Apple verspricht ein verantwortungsvolles Recycling. Aber das ist bislang nicht möglich.

Falls du dich bald auf eines der neuen iPhones stürzen willst, dann solltest du dein altes nicht einfach zu Hause rumliegen lassen. Sondern entweder verkaufen, wenn es noch funktioniert, oder das Ding abgeben. Denn auch alte Smartphones sind wertvoll.

In einem iPhone stecken gut 60 verschiedene Materialien

Je nachdem, wie alt dein ausgemustertes iPhone ist, kannst du es bei Apple oder bei einem der Mobilfunk-Provider zurückgeben. Wenn es sich lohnt, werden die Geräte "refurbished", also aufgearbeitet und quasi renoviert. Sie bekommen dann zum Beispiel ein neues Display oder ein neues Gehäuse. Alle anderen Geräte werden laut Apple "verantwortungsvoll recycelt".

Denn immerhin: In einem iPhone werden 60 bis 70 verschiedene Materialien verbaut. Dazu zählen Kunststoff und Aluminium, aber auch Kupfer, Silber oder Gold. Das Edelmetall steckt im Prozessor, in den Akkus wiederum Kobalt und in den Kondensatoren Coltan. Hinzu kommen die sogenannten "Seltenen Erden", wie zum Beispiel Yttrium (Speicherchips) oder Lanthan (Akkus).

Bei Aluminium, Gold oder auch Silber lohnt sich das Recycling. Aber eben nicht bei allen Materialien. Um auch die wiederzugewinnen, gibt es Versuche: Zum Beispiel werden Mikroorganismen getestet, die sich durch den Müll fressen und so die wertvollen Stoffe zutage fördern. Doch solche Ansätze sind bislang nicht wirtschaftlich: Das Recycling ist den Smartphone-Produzenten zu teuer.

"Viele Einzelteile können heute einfach nicht wiederverwertet werden. Die werden letztendlich verbrannt."
Michael Stein, Deutschlandfunk Nova

Das Problem des Recyclings ist auch, dass alles, was in einem iPhone steckt, relativ fertig entwickelt ist. Das Recycling und das Wiederverwenden der Stoffe wäre viel teurer als die Materialien neu zu kaufen.

"Die Elektronik-Entwicklung hat ohne einen Recycling-Gedanken begonnen."
Michael Stein, Deutschlandfunk Nova

Bis Handys also vollständig recycelt werden können, ist es noch ein weiter Weg. Aber schon jetzt könnten die Produzenten darauf achten, so zu produzieren, dass es einfacher geht. Zum Beispiel, in dem sie die Akkus nicht verkleben, damit diese auch ausgetauscht werden können.

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