Wie es ist, als Minentaucher zu arbeiten, warum man 42 Tage über den Atlantik rudert oder was man in 30 Jahren als Berliner Busfahrerin so erlebt, darüber haben Sven Preger und Rahel Klein in diesem Jahr mit ihren Gästen gesprochen. Hier ist ihr Best-of.

Mit 46 Gästen haben sich Sven Preger und Rahel Klein dieses Jahr in ihrem "Deep Talk" unterhalten. Die Gespräche waren alle auf ihre Art beeindruckend. Umso schwerer fiel es den beiden Deep-Talk-Moderator*innen, darunter sechs Gespräche für die letzte Folge in diesem Jahr auszuwählen. Aber sie haben es geschafft.

Ihren Rückblick beginnen sie mit Antje Boesler. Sie fährt seit über 30 Jahren als Busfahrerin durch Berlin. Meckernde Fahrgäste, Polizeieinsätze oder hungrige Mitfahrende, die in ihrem Bus einen Döner essen wollen, gehören zu ihrem Berufsalltag.

Wenn Antje Boesler zum Hundertsten Mal gefragt wird, warum der Bus schon wieder zu spät ist, hat sie ziemlich überzeugende Geschichte parat: Zum Beispiel die eines kleinen Jungen mit einem Schuhkarton mit Mäusen drin.

"Und dann hat der Mann gebrüllt: Eine Maus, eine Maus, hier ist eine Maus im Bus!"
Antje Boesler, Busfahrerin

Im Jahr 2020 hatte Schauspielerin Taisiya Schumacher ihr Coming-out: Sie hat sich öffentlich als Romni positioniert. Sie ist stolz auf ihre Herkunft und kämpft gegen die andauernde Diskriminierung, die Sinti und Roma erfahren – und die Vorurteile, die viele immer noch haben.

"Wir Roma sind einfach Kämpfer", sagt Taisiya Schumacher, die heute aktiv in der Initiative "Sinti-Roma-Pride" mitarbeitet und sich dafür einsetzt, dass mehr über die Geschichte der Sinti und Roma aufgeklärt wird.

"Ich bin stolz darauf, eine Romni zu sein."
Taisiya Schumacher, Schauspielerin

Byung Jin Park hat Depressionen. Gewusst hat er das lange nicht. Sich die Diagnose einzugestehen war ein längerer Prozess für ihn. Gerade auch, weil Depressionen oft – insbesondere bei Männern – mit Schwäche oder mangelnder Belastbarkeit assoziiert werden. Gegen dieses Stigma will er aufklären und berichtet unter anderem auf Twitter von seiner Krankheit und darüber, was ihm hilft.

"Es fühlt sich an, wie in einem farblosen Raum allein eingesperrt zu sein."
Byung Jin Park, ist an Depressionen erkrankt

Minentaucher sind eine Art Elite-Einheit der Bundeswehr: Sie suchen unter Wasser und an Land nach Minen und anderen Sprengsätzen und müssen diese dann beseitigen. Kapitänleutnant Fabian Scharf ist Teil dieser Elite-Truppe. Als Minentaucher weiß er, was es bedeutet, trotz absoluter Erschöpfung vollkommen konzentriert zu bleiben.

"Das Harte an der Ausbildung ist, dass man trotz der ganzen physischen Belastungen psychisch immer noch gut funktionieren muss."
Fabian Scharf, Minentaucher

Ilka Brühl ist mit einer Nasen-Lippenspalte zur Welt gekommen. Das heißt: Ein Teil ihres Gesichts war nicht richtig zusammengewachsen. Als Kind und Jugendliche hat sich Ilka deshalb oft zurückgezogen. Heute kann sich Ilka lieben, wie sie ist. Sie will anderen Menschen Mut machen und setzt sich für eine neue Definition von Schönheit ein.

"Wenn wir diese Liebe für das Gesamtpaket auch uns selbst gegenüber aufbringen könnten, ist das für mich Selbstliebe."
Ilka Brühl, möchte Schönheit neu definieren

Ciara Burns ist über den Atlantik gerudert: 42 Tage lang von Teneriffa nach Antigua. Drei Stunden rudern, dann drei Stunden schlafen – dieser Wechsel hat sich die ganze Zeit durchgezogen. Besonders am Anfang hat der Körper auf diese besonderen Herausforderungen reagiert und für skurrile Momente gesorgt – in Form von Halluzinationen.

"Bei mir ist im Wasser ein Rolls-Royce vorgefahren, ein Chauffeur ist ausgestiegen und hat gefragt, ob ich einsteigen möchte."
Ciara Burns, Atlantik-Ruderin