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Wissenschaftler Alexander Bartelt erforscht das braune Fett. Er erklärt, wie es uns ein wenig dabei helfen kann, Körpergewicht zu verlieren und prüft Mythen über Fette auf ihren Wahrheitsgehalt.

Wir essen fettarmen Käse, trinken Milch mit einem geringen Fettanteil und greifen zu Salzstangen statt zu Kartoffelchips: Wenn wir uns gesund ernähren oder gar abnehmen wollen, dann geht das nur mit wenig Fett – zumindest denken das viele.

Unser Körper kann aber sehr gut mit Fett umgehen, sagt der Biochemiker und Molekularbiologe Alexander Bartelt. Es müssten nur die richtigen Fette sein. Der Molekularbiologe erforscht Körperfett und prüft unsere größten Fett-Irrtümer.

Drei Mythen über Fette – und was wirklich dahinter steckt

1. Wenn wir viel Fett essen, nehmen wir zu

Diese Annahme ist ein Mythos, sagt Alexander Bartelt. Egal, ob wir nur Fett, nur Kohlehydrate oder nur Proteine zu uns nehmen, letztlich wird alles in unserem Körper verstoffwechselt, erklärt er. Zu Körperfett werde all das erst, wenn wir zu viel essen und dabei sei es egal, ob wir das in Form von zu viel Fetten, Kohlehydraten oder Proteinen zu uns genommen haben.

"Was als zu viel übrig bleibt, egal ob es vorher Fett, Kohlenhydrat oder Protein war, das speichert der Körper dann in den Fettzellen."
Molekularbiologe Alexander Bartelt über Körperfett

2. Gute Fette haben weniger Kalorien als schlechte Fette

Ob ein Fett gut oder schlecht ist, hat nichts mit der Anzahl der Kalorien zu tun, die ist bei beiden meist fast gleich groß, erklärt der Molekularbiologe. Vielmehr entscheidet die biochemische Eigenschaft eines Fettes über gut und schlecht. Gesättigte tierische, also schlechte Fette verhalten sich in den menschlichen Zellen anders als pflanzliche, ungesättigte und somit gute Fette.

"Man kann sich das tierische Fett wie ein Stück Butter und das pflanzliche wie ein Öl vorstellen. Wenn man zu viel von den tierischen Fetten in seine Zellen steckt, dann werden die unbeweglicher. Doch damit wir denken und uns bewegen können, müssen die Zellen beweglich bleiben", so Alexander Bartelt. Studien hätten zudem belegt, so der Wissenschaftler, dass Menschen, die mehr schlechte Fette zu sich nehmen, in der Regel ein höheres Herz-Kreislauf-Risiko haben.

3. Körperfett ist weiß, schwabbelig und schlecht

Wenn wir an Körperfett denken, dann haben viele von uns weißes, etwas schwabbeliges Fett im Kopf, das unsere Energie im Körper für schlechte Zeiten einlagert. Doch dieses Fett ist nicht alleine. Es gibt auch die braunen Fettzellen, die Kalorien verbrennen, um Wärme zu erzeugen und unseren Körper vor Kälte zu schützen, erklärt Alexander Bartelt.

"Je mehr Kältereize man in den Alltag einbaut, desto besser kann man sein braunes Fett auf Trab halten und sozusagen ein paar Kalorien wegfrieren."
Alexander Bartelt über braunes Körperfett

Braune Fette helfen vor allem Tieren im Winterschlaf, ihre Körpertemperatur zu regulieren. "Auch wir Menschen besitzen das, nur nutzen wir es nicht besonders häufig, weil wir es uns in der Regel zu gemütlich machen", führt der Wissenschaftler aus. Wenn wir unser braunes Fett aktivieren wollen und so ein paar wenige Kalorien im Jahr mehr sparen wollen, dann sollten wir Kältereize in unseren Alltag einbauen. Konkret empfiehlt Alexander Bartelt ab und an eiskaltes Wasser beim Waschen der Hände.

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Lasst euch helfen!

Wenn ihr an einer Essstörung leidet oder ein lieber Mensch oder Familienmitglied daran erkrankt ist, könnt ihr euch an verschiedene Beratungsstellen wenden. Eine Auswahl: