Manche investierten Geld, andere Rechenleistung, Energie und Zeit. Kryptowährungen waren für wenige eine gute Anlage - für viele ein riskantes Spiel.

Am 17.12.2017 hatte der Bitcoin sein Allzeithoch und dann ging es abwärts. Viele werden in den vergangen Monaten gesagt oder gedacht haben: Hätte ich beim Stand von 19.600 Dollar verkauft. Heute liegt der Bitcoin bei rund 3400 US-Dollar.

Unser Reporter Stephan Beuting hat sich den Hype und den anschließenden Absturz angesehen. Dafür hat er mit Philipp Sandner gesprochen. Er lehrt am Frankfurt School Blockchain-Center und sagt, dass sich der Bitcoin von einer Währung zu einer Art Gold entwickelt habe. Hier seht ihr die Kursentwicklung der digitalen Währung.

Die Gesamtkapitalisierung des Bitcoin lag laut Philipp Sandner im Jahr 2017 bei maximal rund 300 Milliarden US-Dollar. Damit waren alle Bitcoins zusammen soviel wert, wie mehrere Dax-Konzerne in Deutschland zusammengerechnet.

"Bei dem Bitcoin handelt es sich eigentlich um eine elektronische Währung. Daraus hat sich aber dann etwas anderes entwickelt: digitales Gold."

Manche Anleger haben davon profitiert. Einer, der es geschafft hat, heißt Sebastian. Er sagt, dass er 2017 einen größeren Teil seines Depots zu einem Kurs von 17.000 Dollar verkauft habe. Jetzt sei er im Ruhestand und lebe seit 2013 davon.

Geld, das sich errechnen lässt

Sebastian ist allerdings eher langfristig dabei. Für ihn ist Bitcoin nur eine von vielen Kryptowährungen. Er hat sich sein Depot mit Hilfe seines  Computers errechnen lassen.

"Ich habe halt mit ein paar Grafikkarten Bitcoin geminet, ganz klassisch. Als ich dann ein Jahr später rückwärts geschaut habe, habe ich gemerkt, huch, das ist ja eine ganze Menge wert."
Sebastian, Bitcoin-Miner

Zu dem Hype von 2017 gehört die Faszination für die Technik dahinter. Viele glaubten, Kryptowährungen stünden kurz vor dem großen Durchbruch. Bald schon werde jedermann damit bezahlen.

"Die Idee war, dass hier eine neue Technologie entsteht, die Werttransaktionen abbildet – ohne Banken, ohne den Staat. Das funktioniert auch. Nur findet das heute kaum Anklang."

Das Problem bei der Spekulation mit Bitcoins und anderen Kryptowährungen ist, dass sie dem Glücksspiel ziemlich nahe kommen. Ihre Kursentwicklung lässt sich nicht einschätzen. Das sagt auch Philipp Sandner.

"Niemand ist in der Lage, den Markt zu prognostizieren. Man muss schauen, dass man bei jeglicher Gier skeptisch bleibt und wenn überhaupt nur geringe Beträge investiert."

Trotzdem glaubt Philipp Sandner, dass das nicht so bleiben wird. Blockchain, das Prinzip hinter den Kryptowährungen, ist für ihn revolutionär – ganz unabhängig vom Bitcoin-Kurs.

"Die Blockchain-Technologie ist brillant. Auch der Bitcoin und andere Kryptowährungen werden ihren Einsatz finden und ich glaube auch, dass die Preise wieder steigen werden."

Auch  Basti, er ist Krypto-Kleinanleger, war sich bei den Kryptowährungen ziemlich sicher. Hätte er 2018 verkauft, hätte er 45.000 Euro gewonnen: Jetzt liegt sein Verlust zum Jahresende 2018 bei 500 Euro. Wir haben mit ihm gesprochen. Er sagt, dass er dieser Anlageform treu geblieben ist.

Zum Nachhören: Gespräch mit dem Krypto-Kleinanleger Basti
"Ich habe halt weiter dran geglaubt."

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