Egal, ob am Smartphone, Tablet oder Laptop – wir alle sind von Blaulicht umgeben. Das blaue Licht schädigt die Augen und hält uns wach – aber es hat auch nützliche Aspekte, wie Deutschlandfunk-Nova-Reporter Stephan Beuting herausgefunden hat.

Wenn wir zu lange vor dem Bildschirm hocken, fangen die Augen an zu schmerzen. Das liegt an den Lichtquellen mit sehr hohem Blaulichtanteil, dem sogenannten blue-peak. Dieses blaue Licht tut unseren Augen gar nicht gut, sagt Professor Olaf Strauß, Experte für Augenheilkunde an der Charité in Berlin.

"Wir müssen davon ausgehen, dass diese LEDs über Jahrzehnte auch auf die menschliche Netzhaut einwirken, und dass es hier zu nicht-reparierbaren Prozessen im Auge kommen kann."
Prof. Olaf Strauß, Abteilung für Augenheilkunde der Berliner Charité

Blaues Licht löst toxische Reaktionen auf der Netzhaut aus, die dazu führen, dass bestimmte Sehzellen schneller absterben als nachwachsen.

Blaues Licht raubt uns den Schlaf

Außerdem ist zu viel blaues Licht ein absoluter Schlaf-Killer. Es verändert den Melatonin-Haushalt, also die Produktion des Schlafhormons, was den Schlafrhythmus durcheinanderbringt, wodurch wir automatisch länger wachbleiben. Bei seinen Recherchen ist Stephan Beuting auf viele Artikel zu diesen Themen gestoßen. Außerdem heißt es oft, blaues Licht lasse die Haut schneller altern.

Ganz ohne geht es auch nicht

Die Krux an der ganzen Situation ist, dass wir nicht komplett auf blaues Licht verzichten können. In geeigneter Menge beugt es Akne vor und senkt das Hautkrebsrisiko. Es hilft auch dabei, morgens wach zu werden. Und das liegt an der atmosphärischen Streuung des Dämmerlichts. Die blauen Lichtanteile werden in der Atmosphäre stärker gestreut. Ozon absorbiert rotes und gelbes Licht, reflektiert aber das blaue Spektrum. All das passiert automatisch per Zirbeldrüsenausschüttung.

Blaulicht ist historisch verankert

Bei dem Wort Blaulicht denken viele auch an die Polizei. Warum sie sich für die für die Farbe Blau entschieden hat, ist historischer Natur. Im Jahr 1933 führte Adolf Hitler das Blaulicht für Einsatzfahrzeuge ein, weil es stärker streut und damit schlechter zu sehen ist, als gelbes und rotes Licht. Das schützte damals vor Luftangriffen.

Ruhepausen gegen zu viel Blaulicht

Am Computerbildschirm oder Smartphone kann der Blaulichtfilter eingeschaltet werden, um die Augen zu schonen. Regelmäßige Ruhepausen an langen Arbeitstagen helfen den Augen auch, sich zu erholen.