Romeo galt lange als der letzte seiner Art. Forscher suchten zehn Jahre lang nach einer Partnerin für den Sehuencas-Wasserfrosch, um seine Art vor dem Aussterben zu bewahren. Jetzt wurden sie endlich fündig.

Romeo ist ein Sehuencas-Wasserfrosch. Vor zehn Jahren haben Forscher ihn in den Bergregenwäldern der bolivianischen Yungas gefunden. Von dort hat man ihn in die bolivianische Stadt Cochabamba gebracht. Dort landete er im Aquarium des Naturkundemuseums. Die Forscher wollten ein Zuchtprogramm mit ihm starten, um den Bestand der vom Aussterben bedrohten Froschart zu sichern. Aber es konnte lange Zeit kein Weibchen gefunden werden. Deswegen nahmen Biologen an, dass es sich bei Romeo möglicherweise um das letzte Exemplar seiner Art handeln könnte. 

"Romeo ist also ein ruhiger Frosch, der seine Abende gerne zuhause verbringt und isst."
Sabrina Loi über das Dating-Profil des Sehuencas-Wasserfroschs Romeo
Romeos Dating-Profil auf Match.com
© Screenshot | Match.com
Romeos Datingprofil auf der Plattform Match.com

Die Forscher wussten, dass sie nicht zu viel Zeit zur Verfügung haben, weil Sehuencas-Wasserfrösche in der Regel rund 15 Jahre alt werden. Die Forscher wollten die Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam machen und Spendengelder sammeln. Zu diesem Zweck erstellten sie ein Dating-Profil für Romeo auf Match.com – der weltweit größten Partnerbörse. Der Plan ging auf: Viele Medien berichteten über Romeo und sein Problem, eine Partnerin zu finden. Mit den Spendengeldern konnten Expeditionen finanziert werden, um in früheren oder potenziellen Lebensräumen der Sehuencas-Wasserfrösche nach weiteren Artgenossen zu suchen.

"Das ist erst mal eine gute Nachricht, dass das gleich mehrere waren – das waren aber auch die einzigen Frösche da in der Gegend. Das ist also schon wieder besorgniserregend."
Sabrina Loi, Dlf Nnova Nachrichten

In einem abgelegenen Stück Regenwald von Bolivien wurden schließlich fünf Sehuencas-Wasserfrösche in einem Bach gefunden: zwei Weibchen und drei Männchen. Diese Frösche wurden eingefangen und ebenfalls ins Naturkundemuseum von Cochabamba gebracht. Die Neuankömmlinge sind erst mal in Quarantäne, damit sie Romeo nicht mit Krankheiten anstecken. 

Man sagt: Gegensätze ziehen sich an

Allerdings tickt die potenzielle Julia ganz anders als ihr Romeo. Julia schäumt über vor Energie, erzählen die Forscher. Sie schwimmt total viel und versucht, immer wieder mal dem Gefängnis zu entfliehen. Die Forscher können nur darauf hoffen, dass sich der ruhige Romeo und seine stürmische Julia verstehen werden. Und auch bei Amphibien an der alten Weisheit etwas dran ist: Gegensätze ziehen sich an.  

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