Am Anfang gab es die selbstgenähten Masken. Bald kamen Designer-Masken dazu – passend zum Outfit. Mittlerweile haben auch große Modelabels welche herausgebracht. Warum erst jetzt, hatte auch ethische Gründe.

Ein richtiges Modeaccessoire war der Mund-Nasen-Schutz nur solange er noch keine Pflicht war, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Gesine Kühne. Zum Beispiel als Billie Eilish dieses Jahr im Januar bei der Grammy Verleihung eine Maske aus durchsichtigem, schwarzem Chiffon mit grünen Bestickungen passend zu ihrem Outfit getragen hat. Oder: Die Designern Marine Serre hat schon vor einem Jahr im September Masken mit Filtern auf den Laufsteg gebracht, um auf unsere klimageschädigte Umwelt aufmerksam zu machen.

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Nun ist die Maske zu einem Stück geworden, das wir alle tagtäglich brauchen. Auch wenn sie kein Modeaccessoire im eigentlich Sinn ist – es gibt eine Trendbewegung hin zu immer professioneller designten Masken, stellt Diana Weiß fest, Modesoziologin, Autorin und Dozentin an der Berliner Akademie Mode und Desgin.

Erstmal abwarten

Dass die Designermasken jetzt erst so richtig aufkommen, hat zwei unterschiedliche Gründe. Erstens braucht große Labels Vorlauf für die Planung und Produktion von Masken so wie bei jedem anderen Kleidungstück, erklärt Gesine Kühne. Denn größere Labels haben ihre Produktion meist ausgelagert.

"Warum die Designer-Masken jetzt erst kommen, hat zum Teil mit Planung und Produktionszeit zu tun. Denn gerade größere Labels haben ihre Produktion ausgelagert."
Gesine Kühne, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Allerdings gibt es dazu auch Gegenbeispiele von anderen Labels: Die österreichische Designerin Marina Hoermanseder zögerte nicht so lange und setzte sich bereits im April persönlich mit ihrem Team an die Nähmaschine, um aus alten Stoffresten Masken zu nähen.

Zweitens vermutet Gesine Kühne, dass viele Designerinnen und Designer erstmal abwarten wollten, wie sich die Pandemie entwickelt und auch, wie andere Kollegen aus der Branche mit dem Thema Maske umgehen.

Shitstorm für Designer-Maske

Die Modedesignerin Jule Waibel, die für ein besonderes Falt-Design bekannt ist, hat damit beispielsweise negative Erfahrungen gemacht. Als die Pandemie losging, war sie gerade in Los Angeles und auf dem Weg nach Bali. Da sie für den Flug keine Maske hatte, hatte sie sich in ihrem typischen Faltmuster selbst eine Maske designt und ein Bild davon auf ihrem Instagram-Kanal geteilt.

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Neben positiven Kommentaren gab es auch negative Meinungen. Eine Krankenschwester kommentierte beispielsweise, wie Jule Waibel die Masken so ins Lächerliche ziehen könne. Menschen können an einer Covid-19-Erkrankung sterben, während sie sich mit ihrer gefalteten Maske einen Spaß mache. Daraufhin hat sie die Masken nicht in Serie herausgebracht.

Auch andere Labels wie beispielsweise Prada oder Armani haben aus dem gleichen Grund erstmal nur Masken für medizinisches Personal und ohne Logo produziert. Da Masken mittlerweile aber keine Mangelware mehr sind und zu unserem alltäglichen Leben gehören, trauen sich immer mehr Designerinnen und Designer an besondere Stücke, berichtet Gesine Kühne.

Chance für kleinere Labels

Gab es am Anfang also noch die vielen, bunten Do-It-Yourself-Varianten von Masken, wurden sie mit dem Fortschreiten der Pandemie zunehmend von einem professionellen Angeboten abgelöst, sagt Diana Weiß. Für sie ist das ein positiver Trend, denn er gebe auch kleinen Labels und unbekannteren Designerinnen und Designern die Möglichkeit, unterstützt zu werden.

"Mir persönlich gefällt der Trend zu Designermasken, weil damit kleine Labels und Designerinnen unterstützt werden können."
Diana Weiß, Modesoziologin und Dozentin an der Berliner Akademie Mode und Desgin

Außerdem würden sie dazu beitragen, das leicht gruselig wirkende Stadtbild mit Menschen, die alle Masken tragen, etwas bunter zu machen, sagt Diana Weiß weiter.

Eine Maske - Ein Statement

Für die Modesoziologin bieten die Masken auch eine gute Plattform, um Statements zu setzen, wie es zum Beispiel die Tennisspielerin Naomi Osaka dieses Jahr bei den US-Open gemacht hat. Für jedes ihrer sieben Spiele hat die US-Open-Gewinnerin auf ihrer Maske den Namen einer Person getragen, die durch Polizeigewalt in den USA ums Leben gekommen ist.

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Da Maske andere Kommunikationsformen wie die Mimik oder Lächeln bedecken, wären Masken mit Statements ein guter Ersatz dafür, findet Diana Weiß.