Familie Riecken bewirtschaftet einen Bio-Milchviehbetrieb in Schleswig-Holstein. Nach dem Dürresommer zieht sie eine düstere Bilanz und beantragt Hilfe. Bernd Riecken hofft auf einen Wandel in der Landwirtschaft.

Familie Riecken hat einen Milchviehbetrieb in Schleswig-Holstein, den sie vor einem knappen Jahr auf Biolandwirtschaft umgestellt hat. Doch da, wo im Sommer saftige Weiden für die Kühe sein sollten, war es staubtrocken. Statt sattem Gras gab es auf den Wiesen nur trockene braune Halme. 

Die Folge für Familie Riecken: Weil die Kühe zu wenig Futter hatten, sank der Milchertrag um knapp ein Viertel. Außerdem mussten Tiere vorzeitig geschlachtet werden, weil nicht genügend Futter da war. Als Existenzbedrohung hatte Bernd Riecken die Situation im Juli aber noch nicht gesehen.

Zuversicht verschwunden

Ein knappes halbes Jahr später ist die anfängliche Zuversicht verschwunden. In Zahlen: 37 Prozent weniger Erträge und einen Umsatzverlust von insgesamt knapp 100.000 Euro, resultierend aus geringeren Einnahme und zusätzlichen Ausgaben für Futter.

Jetzt hat die Familie Riecken einen Unterstützungsantrag gestellt, um staatliche Hilfe zu bekommen.

"Die Situation hat sich dramatisch verschlechtert bei uns. Also haben wir den Antrag gestellt."
Kerstin Riecken, Landwirtin

Familie Riecken hofft, so vielleicht die Hälfte des Schadens zurück zu bekommen. Allerdings gibt es bei dem Antrag ein Problem. Bei dem Programm, das Bund und Länder gemeinsam aufgelegt haben, um Landwirten Hilfsgelder zu zahlen, müssen eine ganze Reihe von Kriterien erfüllt werden.

Eins ist eine Einkommens-Grenze – und da liegen die Rieckens knapp drüber. Im letzten Einkommensteuerbescheid von 2016 haben sie die Grenze um 2000 Euro überschritten. Die Rieckens befürchten deshalb für 2018 kein Geld zu bekommen. Final entschieden ist über den Antrag noch nicht.

Pflanzen anbauen, die mit einer Dürre zurecht kommen

Aufgeben wollen die Rieckens allerdings nicht. Sie wollen zunächst wichtige Reparaturen verschieben und sparen.

Bernd Riecken hat aber auch die Hoffnung, dass der Dürresommer in der Landwirtschaft für Veränderung sorgt. Zum Beispiel, indem mehr Pflanzen angebaut werden, deren Wurzeln tiefer in die Erde gehen, damit die besser mit der Dürre klar kommen.

Er hofft auch auf ein Umdenken bei den Verbrauchern. Die müssten akzeptieren, dass es bei häufiger auftretenden Dürreperioden weniger angebaut werden könne und es einfach weniger Milch gibt. Damit könnte die Wertschätzung für diese Produkte steigen, so die Hoffnung.

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