Trockener Sommer

Kartoffelernte fällt extrem klein aus

Unsere Reporterin Taiina Grünzig hat mit Landwirten darüber gesprochen, warum die Kartoffelernte in diesem Jahr so dürftig ausgefallen ist und was sie in Zukunft anders machen könnten.

Die Kartoffelernte ist 2018 nicht einfach nur kleiner als in den Jahren davor, Rolf Peters spricht sogar von der "historisch kleinsten Kartoffelernte". Peters hat einige Jahre die Kartoffelversuchsstation geleitet. Der Grund für die schlechte Ernte liegt im trockenen Sommer. 

"Wenn die Grundwasservorräte knapp sind, dann wird es logischerweise in der Diskussion heißen: Die Kartoffel braucht das Grundwasser nicht so unbedingt wie die Leute zum Duschen."
Martin Umhau, Landwirt und im Aufsichtsrat der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft

Kartoffelfelder können nicht einfach bewässert werden, wenn der Regen ausbleibt. Der Grund: Bewässern ist teuer und überhaupt hat nicht jeder Landwirt Bewässerungsanlagen. Und vor allem haben andere Dinge Priorität, wenn es um die künstliche Bewässerung geht, erklärt Martin Umhau, Landwirt und im Aufsichtsrat der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. Bei knappen Wasserressourcen wird eher auf die Kartoffeln verzichtet anstatt auf Wasser zum täglichen Leben.

Lösungsansätze für kommende Kartoffelernten

Weil die Landwirte aber davon ausgehen, dass es 2018 nicht der letzte extrem heiße Sommer war, überlegen sie nun nach Lösungsansätzen für die Zukunft. Eine Möglichkeit wäre es, Kartoffelfelder mit anderen Pflanzen abzuschirmen. "Ein Blätterdach führt dazu, dass die Verdunstung im Boden deutlich geringer ist und dadurch auch eher die Temperaturen nicht so ansteigen – ein Effekt, den man sonst ja von einem Sonnenschirm kennt", erklärt Rolf Peters.

Allzu große Sorgen machen sich die Kartoffelbauern aber noch nicht. Denn generell seien die Bedingungen in Deutschland sehr gut für eine erfolgreiche Kartoffelernte. Martin Umhau sich jedenfalls  trotz des diesjährigen Ernteausfalls für diejenigen freuen, die vom langen und heißen Sommer profitiert haben – zum Beispiel die Freibäder.

"Es gibt ja auch viele Profiteure, schauen Sie die Besucherzahlen in Freibädern oder Biergärten an. Und da bin ich ganz zuversichtlich, dass wir Landwirte da auch mit zurechtkommen."
Martin Umhau, Landwirt und im Aufsichtsrat der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft

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