Johannes und Laura

Dieses Paar gründet einen ökologischen Bauernhof

Konsequent ökologisch soll der landwirtschaftliche Betrieb von Laura und Johannes sein. Bisher klappt das. Jetzt soll die Produktion verdoppelt werden. Doch es mangelt an etwas, nach dem normalerweise niemand fragt.

Johannes, 27, und Laura, 28, haben im April 2017 einen alten Hof in Upahl übernommen, einer Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern, 20 Minuten mit dem Auto zur Ostsee. Ihr Ziel: Einen ökologisch ausgerichteten landwirtschaftlichen Betrieb aufbauen, von dem sie leben können. Und der "mit der Natur, nicht gegen sie" arbeitet, so sagt es Johannes Walzer.

Dieses Jahr versorgten sie 15 Familien mit Gemüse, im kommenden sollen es 30 Familien sein, die von Johannes und Laura Gemüse und Eier kaufen können.

Johannes und Laura haben sich große Ziele gesteckt. Sie wollen nicht nur Agrarprodukte in Bioqualität erzeugen, sondern das Ökosystem als Ganzes betrachten. "Es geht uns um mehr", sagen sie: Um den Aufbau fruchtbarer Böden, um Vielfalt und um geschlossene Kreisläufe.

Um Geld für zum Beispiel einen Brunnenbau zu sammeln, nutzen sie unter anderem Crowdfunding. Überhaupt ist das Wasser derzeit ein limitierender Faktor. Auch Laura und Johannes sind von der extremen Trockenheit dieses Jahr betroffen.

"Der Boden ist bei uns das zentrale Element, mit dem wir sehr sorgsam umgehen. Wir versuchen, ihn wieder aufzubauen."
Johannes Walzer, Öko-Landwirt

Mit dem Fortschritt sind Laura und Johannes zufrieden, auch wenn vor allem Zeit fehlt. Sie müssen nämlich nicht nur das Gemüse anbauen, sondern auch die alten Gebäude restaurieren, die sie übernommen haben, und neue bauen. Beim Bauen und bei der Bauplanung müssen sie noch viel lernen. In Sachen Landwirtschaft und Landschaftsgestaltung sind sie aber keine Neulinge.

Für das Grundstück und die Gebäude mussten die beiden nichts bezahlen, weil das Erbbaurecht greift - was regelmäßige, kleinere Zahlungen einbringt. Trotzdem brauchten sie Geld, um loszulegen. "Wir haben private Kredite bekommen, sodass uns jetzt keine Bank im Nacken sitzt", sagt Johannes.

Unterschätzt hätten sie vor allem die Büroarbeit, zum Beispiel die Korrespondenz mit den Ämtern.

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