Sind die Nährwertangaben auf der Verpackung klar zu erkennen, nehmen die Verbraucher im Schnitt weniger zu sich. Auch weil Hersteller bei der Lebensmittelproduktion Transfette meiden.

Wir nehmen weniger Kalorien zu uns, wenn auf den Verpackungen, Speisekarten oder am Supermarktregal steht, welche Nährwerte in dem Nahrungsmittel enthalten sind. Im Schnitt nehmen wir 11 Prozent weniger Fett zu uns und essen knapp 14 Prozent mehr Gemüse.

Das haben Wissenschaftler in einer Meta-Analyse herausgefunden: Sie haben die Ergebnisse von 60 Studien zusammengefasst, die zwischen 1990 und 2014 veröffentlicht wurden.

Weniger Transfette dank Lebensmittelampel

Die Nährwertangaben haben aber noch einen anderen Effekt – und zwar auf die Lebensmittelhersteller: Die Transfette in Lebensmittel sind um zwei Drittel niedriger, wenn sie auf der Verpackung ausgewiesen werden müssen.

Nutri-Score verändert Kaufverhalten 

Frankreich hat vor mehr als einem Jahr den Nutri-Score, eine Art Lebensmittelampel eingeführt, und damit positive Erfahrungen gemacht. Die Verbraucher hätten tatsächlich ihr Kaufverhalten verändert, sagt Sarah Häuser von Foodwatch. Deutschland hingegen stehe im internationalen Vergleich schlecht da. Eine Lebensmittelampel wie in Frankreich: Fehlanzeige. Dagegen gibt es sie außer in Frankreich auch in Großbritannien, Belgien und Spanien.

"Ernährungsministerin Julia Klöckner hält nicht viel von der Ampel. Sie hat sich immer gegen die Ampel ausgesprochen, obwohl wir in Deutschland auch ein großes Problem mit Fehlernährungen haben."

Die Lebensmittelampel wird von ganz oben ausgebremst: Julia Klöckner, Ministerin für Landwirtschaft und Ernährung, hält nichts von der Ampel. Sie argumentiert: Die Ampel sei verwirrend. Sarah Häuser hingegen vermutet, dass die Lebensmittelindustrie großen Einfluss auf die Ministerin nimmt.

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Denn verwirrend sei die Ampel nicht, das würden die Studien widerlegen, sagt Sarah Häuser. Denn mit der Kennzeichnung können Verbraucher im Supermarkt Lebensmittel nach ihren Nährwerten vergleichen. Tatsächlich würden die Verbraucher ihr Kaufverhalten und ihre Ernährung dann auch umstellen. Zwar werden auf deutschen Verpackungen Nährwerte ausgewiesen, aber die Ampel sei für jeden leichter verständlich. Außerdem werden die Angaben zu den Nährwerten oft versteckt auf der Rückseite der Verpackung angegeben.

"Der Vorteil der Ampel ist, dass man auf einen Blick in den Ampelfarben symbolisiert sieht, wie zuckrig oder fettig ist ein Produkt. Und ich kann auf einen Blick verschiedene Produkte im Supermarkt vergleichen."
Sarah Häuser von Foodwatch

Außer der Ampel gibt es noch weitere Maßnahmen, um den Verbrauch an Zucker und Fett zu reduzieren:

  • Die Limo-Steuer hat in Großbritannien dazu geführt, dass die Getränkehersteller weniger Zucker in ihre Getränke mischen.
  • Beschränkung der Werbung für unausgewogenen Lebensmitteln, die sich an Kinder richtet.
  • Standards für das Schul- und Kita-Essen

Berufsverbände der Ärztinnen und Ärzte, der Krankenkassen und Fachorganisationen fordern diese Maßnahmen und die Ampel schon lange für Deutschland.

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