Frauenligen im eSport

Waffengleichheit unter Gamerinnen

Kaum zu glauben, aber auch im digitalen Sport treten die Geschlechter in getrennten Ligen an. Tatsächlich können Frauenligen aber eine Chance für Gamerinnen sein, sich an die Spitze zu spielen.

Theoretisch können Frauen genauso so gut spielen wie Männer, aber in der Gamer-Szene fangen die Jungs mit 14 oder 15 Jahren an zu zocken und spielen sich über die Jahre auf Spitzenniveau, erklärt Jana Möglich. Sie ist eSportlerin, war Schiedsrichterin und hat sich im Rahmen ihrer Bachelor- und Masterarbeit am Fachbereich Medien der FH Kiel auch wissenschaftlich mit eSport und Female Gaming beschäftigt. Mädchen, so sagt sie, sehen eSport oft zunächst nicht als Möglichkeit für sich und seien deswegen nur selten früh genug in ihm aktiv, um auch richtig erfolgreich zu sein.

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Starten die Frauen in den unteren gemischten Ligen, werden sie mit dummen Sprüchen, Beleidigungen, Sexismus bis hin zu üblen Drohungen belästigt, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporter Thomas Ruscher. Für die eSport-Szene ist das ein Problem, weil dadurch Nachwuchs-Gamerinnen verprellt werden. 

Geschützter Raum für eSportlerinnen

Frauenligen bieten deshalb eSportlerinnen die Möglichkeit, unter Frauen ihre Potentiale auszuschöpfen. Jana Möglich hat deshalb für die Electronic Sport League Frauenligen gegründet, um Frauen an eSport-Wettkämpfe heranzuführen.

"Die Female-Szene ist viel kleiner, dadurch gibt es auch weniger Konkurrenz und dementsprechend muss man nicht so ein hohes Leistungslevel bieten wie in der Männerszene, um da überhaupt bestehen zu können."
eSportlerin Jana Möglich organisiert Frauenligen

Eine Chance, so Jana Möglich, sind auch neue Spiele, die noch nicht von Männern dominiert werden, wie Fortnite Battle Royal, das sehr intensiv von Frauen gespielt wird. Aber noch ist die Female-Szene klein und dadurch die Konkurrenz auch überschaubar. Deshalb ist das Leistungsniveau auch noch nicht dem in den Männerligen vergleichbar.

Gender Pay Gap bei Preisgeldern

Zwei eSportlerinnen haben sich nach oben kämpfen können und auch schon mal 100.000 Euro Preisgeld gewonnen. Im Vergleich zu ihren männlichen Konkurrenten ist das wenig: Die erfolgreichsten 50 Spieler unter den Männern haben jeweils mindestens eine Million Euro Preisgeld kassiert. Es ist halt im eSport ein bisschen wie im analogen Sport: Frauenwettbewerbe sind keine großen Events und deshalb nicht so hoch dotiert wie die gemischten Turniere, sagt Thomas Ruscher.

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