Die EU prüft, ob die Zeitumstellung im Frühling und Herbst abgeschafft werden sollte. Die Diskussion ist schwierig. Es gibt gute Gründe dafür und dagegen.

Wie oft ist nicht schon darüber diskutiert worden, ob die Zeitumstellung im Frühling und im Herbst noch zeitgemäß und nötig ist. Und doch: So konkret wie zurzeit war es selten. Heute (08.02.) könnte es im EU-Parlament eine Mehrheit für das Ende der Zeitumstellung geben - wirklich abgeschafft wäre sie dann aber trotzdem noch nicht. Parlament, EU-Kommission und Mitgliedstaaten müssten erst noch weiter verhandeln. Frühestens 2022 könnte es soweit sein.

Dass im Herbst die Uhr eine Stunde zurück und im Frühling eine Stunde vorgestellt wird, ist mit der besseren Ausnutzung des Tageslichts und Energieeinsparung begründet. Dass das funktioniert beziehungsweise dass das den Umstellungsaufwand rechtfertigt, glauben allerdings die wenigsten Deutschen. In Umfragen plädiert die Mehrheit dafür, die Uhr einfach das ganze Jahr über so zu lassen, wie sie ist.

Wegen der Zeitumstellung Probleme mit Biorhythmus

Der CDU-Politiker Werner Langen allerdings zitiert Umfragen, wonach 80 Prozent der Deutschen keine Probleme mit der Zeitumstellung hätten. Und da zeigt das Problem bei dem Thema: "Dafür, dagegen - für alles gibt es Umfragen und Studien, die das eine oder andere belegen", sagt der Korrespondent in Brüssel Malte Pieper.

Befürworter der Zeitumstellung führen an, mehr Tageslicht ausnutzen zu können und mehr Sonne abzukriegen. Die Kritiker dagegen nennen Probleme beim Biorhythmus und mehr Autounfälle, die es angeblich nach der Zeitumstellung geben soll, weil die Autofahrer müder sind als sonst. Auch würden zum Beispiel Kühe immer zur selben Zeit gemolken werden wollen.

"Es hat was von Fußball. Die Diskussionen finden länder- und fraktionsübergreifend statt - da tun sich Konservative mit Kommunisten zusammen, Sozialdemokraten mit Rechten."
Malte Pieper, Korrespondent in Brüssel

"Das schöne ist", sagt Malte Pieper, "das Thema wird unabhängig von der Partei- und Fraktionszugehörigkeit diskutiert". Konservative zum Beispiel können unterschiedlicher Meinung sein und trotzdem ihre Grundüberzeugung behalten: Dass die Zeitumstellung bleibt, ist ein konservativer Ansatz. Dass die Uhrzeit an sich bleibt und nicht mehr zweimal pro Jahr geändert wird, allerdings auch.

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