Die britische Tageszeitung The Guardian hat Dokumente veröffentlicht, die detailliert die Lösch-Policy von Facebook beschreiben. Jetzt kann jeder Nutzer sehen, was gegen Facebook-Richtlinien verstößt und was nicht.  

Bei den Dokumenten handelt es sich um interne Facebook-Unterlagen für Mitarbeiter. Die Unterlagen dienen den Facebook-Moderatoren als Richtschnur: Welche Inhalte sollen oder müssen sie löschen - welche nicht? Diese detaillierte Lösch-Policy hat der Guardian auf seiner Website ins Netz gestellt. Der Zeitung sind 48 Dokumente mit Tausenden Seiten zugespielt worden.

Gewalt- und Hass-Postings 

Konkret geht es dabei um Postings, die zur Gewalt aufrufen oder um Hasspostings. Beim Aufruf zu Gewalt gegen Personen wird differenziert. Geht es um eine bestimmte Person, die namentlich genannt wird, muss das Posting gelöscht werden. Ansonsten darf es bleiben, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs.

Gewalt gegen Kinder

Postings, die sexuelle Gewalt gegen Kinder beinhalten, müssen grundsätzlich gelöscht werden. Bei anderen Formen von Gewalt gegen Kinder kommt es darauf an, ob die Bilder oder Videos Zustimmung oder Spaß an Brutalität zeigen, erklärt Grit Eggerichs. In dem Fall werden sie gelöscht - andernfalls bleiben sie online, werden aber mit einem Warnfenster versehen. So will Facebook dafür sorgen, dass die betroffenen Kinder schnell identifiziert werden und Hilfe bekommen. 

"Gewalt gegen Kinder öffentlich zu zeigen kann immer auch heißen, dass sich Sadisten drüber freuen und sich inspiriert fühlen, Kinder zu schlagen oder zu quälen."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

In den Unterlagen geht es auch ausführlich um die Bereiche Selbstverletzung und Selbstmord. Hier besteht das Dilemma darin, Nachahmern keine Anreize zu geben, aber dafür Sorge zu tragen, dass Betroffene Hilfe bekommen können. Die Lösung lautet: Streaming, Bilder und Postings dürfen online bleiben, so lange die Person gerettet werden kann.

Facebook braucht mehr Kontrolleure

Derzeit sind 4.500 Menschen damit beschäftigt, weltweit alle Facebook Posts zu kontrollieren und gegebenenfalls zu löschen. Mark Zuckerberg hat angekündigt, dass es 3.000 mehr werden sollen. Die Frage ist, ob das reicht, um das weltweite Facebook zuverlässig zu scannen.

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