Pommes, Chips, Schokolade - gerade das Fett macht die Lebensmittel so lecker. Gesund sind sie nicht. Aber manchen Menschen fällt es schwerer, auf die ungesunden Dickmacher zu verzichten als anderen. Forscher aus Pennsylvania wollen jetzt herausgefunden haben: Es hängt auch mit den Genen zusammen, ob wir uns zu fettigem Essen hingezogen fühlen.

Laut der Studie gibt es zwei spezielle Genvarianten, die regulieren, wie gerne eine Person fettige Lebensmittel mag – zum Beispiel Chips.

Erkenntnisse aus Zwillingsstudie

Die Forschenden haben für ihre Studie mit rund 400 Zwillingen gearbeitet - sowohl eineiigen als auch zweieiigen. Gefunden haben sie die Probanden übrigens auf dem Twins-Days-Festival in Twinsburg, Ohio - das größte jährlich stattfindende Treffen von Zwillingen.

Die Probanden mussten schließlich sechs unterschiedlich fettige Chips essen - und ihren Fettgehalt und den Geschmack bewerten. Anschließend untersuchten die Forschenden auch die Genotypen, also die Gesamtheit der Gene jeder Testperson.

"In der Studie zeigte sich, dass die eineiigen Zwillinge, also diejenigen die genetisch identisch sind, auch die gleichen Sorten Chips mochten."
Kerstin Ruskowski, Deutschlandfunk Nova Wissensnachrichten

Das Ergebnis: Eineiige Zwillinge mochten die gleichen Chipssorten. Bei den Zwillingspaaren, deren Gene sich unterscheiden, war das nicht der Fall, erklärt Kerstin Ruskowski von den Deutschlandfunk-Nova-Wissensnachrichten.

Zwei Genvarianten begünstigen Fett-Vorliebe

Im Vergleich der eineiigen Zwillinge konnten die Forschenden zwei Gen-Varianten feststellen, die mit der Vorliebe für fettige Chips in Verbindung stehen. Zunächst gelten die Ergebnisse nur für Chips, sagt Kerstin Ruskowski. In derselben Studie gab es auch Versuche mit unterschiedlich fetter Milch - aber weil die Versuchspersonen diese nicht zuverlässig voneinander unterscheiden konnten, gab es keine Ergebnisse.

Fettige Lebensmittel bleiben ungesund

Demnach hängt es wohl vom Lebensmittel ab, sagt Kerstin Ruskowski. Das Forschungsteam will die Studie darum erweitern - und Lebensmittel wie Pizza, Eis und Muffins testen.

Das Forschungsteam warnt übrigens davor, die Ergebnisse der Studie als Ausrede zu benutzen. Auch wenn die Lust nach fettigem Essen bei der einen oder oder anderen größer als bei anderen sein sollte - ungesund bleiben die Lebensmittel allemal.

Verbindung von Geschmack und Genen noch relativ unerforscht

Erkenntnisse wie in dieser Studie könnten uns in nächster Zeit noch öfter beschäftigen, sagt Kerstin Ruskowski. Denn: Die Verbindung zwischen Genen und Geschmack wird erst seit einigen Jahrzehnten erforscht.

Andere Studien haben schon gezeigt, dass es auch genetische Merkmale gibt, die möglicherweise eine Vorliebe für bitteren oder süßen Geschmack erklären. Die Forschenden hoffen, dass sie Menschen mit Gewichtsproblemen besser helfen können, wenn sie die genetischen Grundlagen für ihren individuellen Geschmack kennen.