Bei kleineren Bränden, die wir selbst löschen können, ist der Feuerlöscher manchmal nicht zur Hand. Viele Getränke funktionieren aber auch.

"Polizei löscht Motorbrand mit Cola und Apfelsaft" lasen wir die Tage. Das ganze war erfolgreich - und da drängt sich die Frage auf: Sind Cola und Apfelsaft vielleicht sogar besonders gut geeignet, um Brände zu löschen?

Generell gilt: Bei flüssigen Löschmitteln spielt das Wärme-Binde-Vermögen eine große Rolle. Das heißt: Je mehr Wärme die Flüssigkeit aufnehmen und sie so also vom Feuer abziehen kann, desto größer ist der Löscheffekt. Da Cola und Apfelsaft größtenteils aus Wasser bestehen, besteht in dieser Hinsicht kein großer Unterschied zu Wasser pur.

Bernd Schulzki von der Kölner Feuerwehr würde sich trotzdem für die Cola entscheiden - zumindest dann, wenn die Cola und der Apfelsaft in normalen Trinkflaschen vorliegen und nicht etwa durch einen speziellen Feuerwehrschlauch gespritzt werden.

Schütteln, dann mit Druck ins Feuer

Die Cola hat gegenüber dem Apfelsaft den Vorteil: Sie enthält Kohlensäure. "Die Cola lässt sich dadurch gut verteilen, man erreicht eine kleine Tröpfchengröße - und je kleiner die Tröpfchen, desto besser das Wärme-Bindungs-Vermögen", sagt Bernd Schulzki.

Also: Hat man beim nächsten Brand Getränke mit und ohne Kohlensäure dabei, schnappt man sich am besten die mit Kohlensäure. Und dann wie beim Korkenknallen: Schütteln, mit Druck, aber präzise ins Feuer spritzen.

Was mit Alkohol löscht übrigens auch, aber nur wenn der Alkoholgehalt nicht zu hoch ist. Hochprozentige Spirituosen können den Brand sogar eher verstärken. Bier ist kein Problem.

"Wenn Sie solche Destillationsmengen ausscheiden, dass diese noch entflammbar sind, dann glaube ich nicht, dass Sie überhaupt noch in der Lage sind, das richtig zu bewerkstelligen."
Bernd Schulzki, Feuerwehr Köln, auf die Frage von DRadio-Wissen-Moderator Till Haase, ob Urin als Löschmittel selbst bei sehr großem Alkoholverzehr dienen kann

Wo wir gerade beim Grillen im Park sind: Sand ist auch nicht schlecht zum Löschen - und ist im Gegensatz zu Wasser auch bei Bränden von Flüssigkeiten und Ölen und Fetten einsetzbar. Der Nachteil: Da Sand durch Ersticken löscht, braucht man in der Regel viel davon, und er ist nicht immer einfach zu handhaben.

Wichtig: Wasser, Cola, Apfelsaft, Milch und fast alle andere Flüssigkeiten eigenen sich ausschließlich für Brände der Brandklasse A, zum Beispiel Holz, Kohle, Stroh, Textilien. Mit Flüssigkeiten Brände von Fett, Öl, Benzin und anderen vergleichbaren Stoffen zu löschen, ist sehr gefährlich.