In Köln läuft die weltweit wichtigste Messe für Fitness und Bodybuilding: die Fibo. Das Fachpublikum durfte schon rein, ab Samstag (6. April) ist die Messe dann für alle geöffnet. Auf der Fibo geht es um Milliardenumsätze: Die Geräte sind teuer und nach ein paar Jahren muss was Neues her, damit sich die Kunden nicht langweilen. Unser Reporter Martin Schütz war auf der Fibo.

Die Fitnessmesse Fibo ist ein riesiges Spektakel. Die Besucher können boxen im Ring oder ins Schwimmbecken springen. Die Aussteller haben für gigantische Themenlandschaften gesorgt. Bei der Messe geht es aber vor allem um das Geschäft: An den vier Messetagen könnten Umsätze von zwei Milliarden Euro erzielt werden.

Auf der Messe sind Leute wie der Unternehmer Frank Böhme unterwegs. Er besitzt 23 Fitness-Studios in Nordrhein-Westfalen und kommt zur Messe, um zu shoppen. Auf seiner Einkaufsliste stehen Fitnessgeräte, die in der Summe locker hunderttausend Euro kosten werden. Viel Geld, aber gar nicht so ungewöhnlich. Denn  Fitnessgeräte sind teuer: Ein Crosstrainer kostet zwischen 6000 und 8000 Euro; ein Laufband mit TV-Bildschirm um die 20.000 Euro.

"Das Laufband ist das teuerste Gerät. Das liegt, wenn es mit TV betrieben wird und von einem guten Hersteller kommt, bei um die 20.000 Euro."
Frank Böhme, Unternehmer

Bei den Summen ist es nicht erstaunlich, dass es um einen Milliardenmarkt geht. Denn im Fitnessstudio steht nicht nur ein Laufband, sondern gleich mehrere. Hinzu kommen Gewichte, Hanteln, Fahrräder, Cardiogeräte und so weiter.

Fitness ist ein Milliarden-Geschäft

Außerdem sind immer wieder neue Anschaffungen notwendig, so Frank Böhme. Nicht, weil die Geräte schnell defekt wären, sondern weil die Kunden immer wieder was Neues erwarten, so der Unternehmer.

"In der Regel ist vom Design her nach vier bis sechs Jahren ein Fitnessgerät durch. Dann musst du das austauschen."
Frank Böhme, Unternehmer

Für die gebrauchten Fitnessgeräte hat sich ein riesiger Markt entwickelt. Viele Geräte gehen nach Polen, Bulgarien oder Rumänien. Dafür arbeiten einige der Fitnessketten mit Großhändlern zusammen.

Die Studios können ihr Equipment aber auch auf Online-Plattformen verkaufen. Deniz Aytekin zum Beispiel betreibt eine Seite, die sich auf den Handel mit Fitness-Geräten spezialisiert hat. Besonders gut laufen die Klassiker, so Deniz Aytekin.

"Wir haben beobachtet, dass am Ende des Tages die klassischen Kraft- und Cardiogeräte am meisten gehen."
Deniz Aytekin, Unternehmer und Bundesliga-Schiedsrichter

Auf der Seite von Deniz Aytekin finden sich teils bis zu 10.000 Inserate - manchmal auch komplette Geräteparks. 

Aber auch auf dem Gebrauchtmarkt gehen nicht alle Geräte weg. Frank Böhme hat sich extra eine Lagerhalle angemietet: 1000 Quadratmeter groß und voll mit Fitnesszeugs.

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