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FOMO ("Fear of missing out"), also die Angst, etwas zu verpassen und JOMO ("Joy of missing out"), also die Freude, etwas zu versäumen, sind sehr gegensätzliche Gefühle. Juli hat JOMO, Marie FOMO und sie erzählen, was das mit ihrer Beziehung macht.

"Hauptsache Marie hat immer alles mitgenommen", sagt Juli über ihre Freundin. Damit meint sie die FOMO ihrer Partnerin. Wenn an einem Abend zwei Geburtstage in unterschiedlichen Städten stattfinden, geht sie hin, erklärt Juli. Und ergänzt: "Sie muss immer auf vielen Hochzeiten gleichzeitig tanzen."

"Es ist die Angst davor, genau diesen einen Moment zu verpassen, über den die Leute noch Jahre später reden und dass ich dann immer ausgeschlossen bin."
Marie über ihre FOMO

FOMO ist kein modernes Phänomen, sondern eins, dass tief mit dem sozialen Wesen des Menschen verankert ist. Es ist der Ausdruck der Angst vor der gesellschaftlichen Isolation.

Warum FOMO für Marie auch Druck bedeutet

Das Internet und insbesondere die sozialen Netzwerke haben die FOMO sichtbar gemacht. Britische Forschende fanden bereits 2013 heraus, dass die Angst, etwas zu verpassen, durch soziale Medien verstärkt wird. Diesen Zusammenhang konnte auch Marie zu Beginn der Corona-Pandemie bei sich beobachten. In dieser Zeit ist sie verstärkt auf Social Media unterwegs, um zu sehen, was andere machen und was sie verpassen könnte. Dabei stellte sie schnell fest, dass auch die anderen Menschen aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen nicht viel unternehmen können.

Marie nimmt diese Erkenntnis zum Anlass, an ihrer Angst, etwas zu verpassen, zu arbeiten. Den ursprünglichen Impuls dazu gibt ihr ihre Freundin allerdings schon ein wenig früher. "Juli hat mir immer wieder klargemacht, dass es eigentlich bescheuert ist, sich für andere Leute zu verstellen. Dann habe ich für mich entschieden: 'Okay, du versuchst jetzt Prioritäten zu setzen, was wirklich wichtig ist und machst dir nicht so einen Druck'", erinnert sich Marie.

Wie Juli mit ihrer JOMO umgeht

Juli hingegen hat schon vor der Pandemie kein Problem damit, Verabredungen und Termine auch mal abzusagen, wenn sie merkt, dass sie die Zeit für sich selber braucht, sagt Marie über ihre Partnerin. "Auch wenn das superspontan ist, ist ihr niemand böse. Alle wissen, dass sie das nicht macht, weil sie die Person nicht mag, sondern einfach nur, weil sie den Moment für sich braucht", erklärt sie.

"Es ist ja nicht so, dass ich Menschen generell meide. Es kommt darauf an, wie Dinge kommuniziert werden."
Juli über ihre JOMO

Juli ist es wichtig, dass hinter Treffen kein Zwang steckt und dass in Freundschaften Grenzen klar kommuniziert und Gefühle besprochen werden. Ihre JOMO, also die Freude daran, Dinge abzusagen, beschreibt sie selbst so: "Wenn mir jemand die Wahl lässt, ob wir uns treffen oder nicht, würde ich in den meisten Fällen sagen, dass ich den Space für mich brauche."

Die Gegensätzlichkeit von FOMO und JOMO halten Marie und Juli für eine gute Mischung in ihrer Beziehung. Juli sagt, dass sie jemanden an ihrer Seite brauche, der energiegeladen ist und sie dazu antreibe, etwas zu unternehmen. "Manchmal fehlt mir die Hand, die mich von der Couch hochzieht. Marie braucht auch manchmal die Hand, die sie auf die Couch zieht", erklärt sie die Dynamik.

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