Im Sportspiel Football Manager 2018 wird es eine Neuerung geben: Per Zufall wird jedem Gamer ein Fußballspieler zugelost, der sich dann im Verlauf des Spiels als schwul outet.

Das Beispiel Thomas Hitzlsperger zeigt: Es muss sie geben, die aktiven Fußballspieler, die sich nicht öffentlich als homosexuell outen, weil sie Angst vor den Konsequenzen haben. Denn auch wenn in den Medien offen über Homosexualität gesprochen wird - in der Männerdomäne Fußball bleibt es ein Tabuthema.

Im Spiel Football Manager 2018 ist das anders. Dort werden per Zufall Spieler in die Mannschaft gelost, die sich im Verlauf des Spiels als schwul outen - vorausgesetzt, Homosexualität ist in ihrem Herkunftsland legal. Nach dem Outing steigen die Spieler im Wert: Der Verein macht ein Umsatzplus, das mit der neuen Aufmerksamkeit aus der queeren Community begründet wird.

"Solche offiziellen Zeichen von Computerspieleherstellern und anderen Institutionen sind enorm wichtig."
Robert Claus, Fanforscher an der Leibniz Universität Hannover

Dass aktive Fußballspieler, die sich öffentlich als homosexuell outen, auch in der Realität von den Fans so herzlich empfangen werden, ist - noch - Wunschdenken. Die Fanszene ist ambivalent, was das Thema angeht. Auf der einen Seite gibt es immer noch Fans, die homophobe Gesänge im Stadion anstimmen. Dagegen stehen Initiativen wie "Fußballfans gegen Homophobie", die sich dafür einsetzen, über das Thema aufzuklären und aktiv gegen das Tabu ankämpfen.

Homosexualität wird immer noch als Schwäche gesehen

Warum das immer noch nötig ist, zeigt das Beispiel des SV Darmstadt 98. Dort gab es vor einigen Jahren einen Trainer, unter dem musste der Spieler mit der schlechtesten Trainingsleistung der Woche ein pinkes T-Shirt anziehen, auf dem "Tussi" stand. Diese Herabwürdigungen und Verweiblichungen von Spielerleistungen seien im Fußball immer noch oft zu finden, sagt Fanforscher Robert Claus von der Leibniz Universität Hannover.

"In dieser Logik ist Homosexualität leider immer noch mit Schwäche und Weiblichkeit besetzt. Und das ist immer noch ein Problem, das sich im Fußball hartnäckig hält."
Robert Claus, Fanforscher an der Leibniz Universität Hannover

Es ist also nach wie vor nötig, sagt Robert Claus, sich aktiv gegen diese Form von Diskriminierung einzusetzen. Nur, weil Homosexualität in den Medien ein Thema und kein Tabu mehr ist, gilt das längst noch nicht für alle gesellschaftlichen Bereiche. Wichtig sei, dass diese Veränderungen auch in den Vereinen und an der Basis ankommen.

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