Das Spiel "Gal Gun 2" hat keine Altersfreigabe in Deutschland bekommen. Grund sind die jugendlich aussehenden Anime-Figuren. Nicht alle haben dafür Verständnis.

Überall in Europa erscheint das japanische Computerspiel "Gal Gun 2". Nur nicht in Deutschland, denn hier bei uns hat es keine Altersfreigabe bekommen; sprich: Es ist nicht einmal ab 18 Jahren erlaubt. User und Spielemagazine finden das entweder spießig oder überzogen und fragen, ob das Spiel "zu sexy für Deutschland" sei? 

Vorwurf: Das Spiel sei zu "sexy"

Aber "sexy" ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass die gezeigten Figuren aussehen wie Minderjährige! Jetzt fragen all jene Gamer, die das Spiel aber gerne kaufen würden: Wer entscheidet das? 

Das entscheidet die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle USK - und die haben einen klaren Regelkatalog: Wenn im Spiel etwas vorkommt, was gegen den Jugendschutz verstößt oder was ein Verbot rechtfertigen könnte, also illegale Inhalte, dann bekommt das Spiel keine Altersfreigabe. Denn dann könnte das Spiel indiziert werden und darf nicht öffentlich beworben oder im Laden zum Verkauf ausgestellt werden.

Viele Händler nehmen die Spiele ohne Altersfreigabe gar nicht erst ins Sortiment. Auch die digitalen Verkaufsplattformen etwa für Xbox- oder Playstation-Spiele verkaufen Spiele ohne USK-Siegel in Deutschland nicht.

"Die Figuren in Gal Gun 2, die halb nackt sind und sich vor uns räkeln und orgasmisch Stöhnen, wenn wir auf sie schießen, sind schlicht zu jung."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova über Gal Gun 2

Die Figuren wirken minderjährig

Benjamin Strobel ist Psychologe und beschäftigt sich auf Behind the Screens auch mit der Wirkung von Computerspielen. Er hat 50 Menschen gefragt, wie alt sie die Figuren schätzen. Eine wurde auf 12 Jahre, eine andere auf 16 geschätzt. Also wirken beide minderjährig. Und im Jugendschutzrecht ist festgehalten, dass Kinder und Jugendliche nicht in solchen geschlechtsbetonten Körperposen dargestellt werden dürfen. Auch nicht, wenn es nur virtuelle Personen sind. 

Schulmädchen bedienen Porno-Männer-Fantasien

Und jetzt mal fernab dieser rein rechtlichen Begründung: Wer sich dieses Spiel anschaut, muss doch zu dem Ergebnis kommen, dass es einfach viele Grenzen überschreitet. Trailer dazu gibt es im Netz viele - wir hier bei Deutschlandfunk Nova haben aber entschieden, dass wir das nicht zeigen wollen. Warum? 

Da werden Schulmädchen gezeigt, auf die man schießen muss, die dann laut stöhnen, als würden sie einen Orgasmus bekommen, oder als würde ihnen sehr weh getan - das kann man manchmal nicht unterscheiden. Und diese Schulmädchen verlieren mit jedem Schuss ein paar Klamotten mehr, sind dann in Unterwäsche zu sehen und präsentieren uns Po, Schritt und Brüste. 

Dieses Spiel bedient - wie unser Moderator Paulus Müller findet: 

"Ziemlich billige Porno-Männer-Fantasien".
Paulus Müller, Moderator Deutschlandfunk Nova

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