Gaming kann die räumliche Vorstellung und Orientierung schärfen und die Konzentrationsfähigkeit trainieren. Neurowissenschaftler Henning Beck kennt aber auch Schattenseiten.

Das menschliche Gehirn verändert sich, und wir verändern dieses Organ durch unser Verhalten. Der Neurowissenschaftler Henning Beck erklärt, was Spiele an Konsolen mit dem Gehirn anstellen können und wo die Gefahren liegen.

"Ein Gehirn ist nicht irgendwie fertig. Das ist nicht wie so ein Organ, was in unserem Schädel sitzt und fertig ist für alle Zeit, sondern es passt sich immer so an, wie du es benutzt."
Henning Beck, Neurowissenschaftler

Spiele, bei denen Orientierungsleistungen erbracht werden müssen, bei denen Strategien entwickelt werden müssen oder Gedächtnisleistungen nötig sind, können nachweisbar dazu führen, dass die dafür zuständigen Hirnareale besser vernetzt werden. Das lässt sich bei Profi-Gamern nachweisen, aber auch Gelegenheitsspieler können davon profitieren, so Henning Beck.

"Es gibt kein Computerspiel, das nicht gewohnheits- oder suchtfreundlich optimiert wurde."
Henning Beck, Neurowissenschaftler

Zunehmender Spielerfolg ziehe einen gewissen Trainingseifer nach sich. Letztlich beinhalteten alle Spiele Belohnungs- und Bestätigungsschleifen, die einerseits gesunden Anreiz liefern, andererseits aber dazu führen können, dass Spielende andere Dinge zugunsten des Spielens vernachlässigen.

3D-Spiele als Training

Das kann auch gefährlich werden, warnt der Neurowissenschaftler Grundsätzlich gelte, was den Trainingseffekt angeht: je dreidimensionaler, desto besser.

Einerseits könnten Spiele den Hippocampus trainieren, der zuständig ist für Gedächtnisleistungen und räumliche Kartierung, anderseits auch Hirnregionen im Stirnbereich, zuständig für Konzentration und das Ausblenden von Ablenkungen.

"Also: Du bist im Tunnel drin, blendest alles andere aus, und das merkt sich natürlich auch ein Gehirn. Und im Laufe der Zeit wirst du dann eben immer besser in diesem Spiel."
Henning Beck, Neurowissenschaftler