Gender-neutral voice

Geschlechtslose Stimme für Sprachassistenten

Q ist eine digitale Stimme, die weder eindeutig als weiblich noch eindeutig als männlich identifiziert wird. Entwickelt wurde sie in Dänemark.

Bei vielen Sprachassistenten wie Alexa oder Siri ist eine weibliche Stimme voreingestellt. Weil weibliche Stimmen sympathischer wirken sollen. Linguisten, Sounddesigner und IT-Spezialisten aus Dänemark haben jetzt mit Q eine geschlechtsneutrale Stimme entwickelt. Dazu haben sie die Stimmen von gut zwei Dutzend Frauen, Männern und Transpersonen aufgenommen. Mit deren Hilfe haben sie eine Stimme gesucht, die nicht sofort eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen ist.

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Um das einschätzen zu können, hat das dänische Team 4600 Testpersonen nach ihren Eindrücken zu den aufgenommenen Stimmen gefragt. Mit Hilfe dieser Antworten konnten die Forscher dann ein Frequenzspektrum definieren, das von vielen Menschen als geschlechtsneutral empfunden wird. Und das liegt ungefähr bei 145 Hertz.

4600 Testpersonen haben Stimmen bewertet

Bei dem Projekt geht es nicht nur darum, wissenschaftlich herauszufinden, wie man Stimmen kreiert. Dahinter steckt auch eine politische Ausrichtung. Denn es geht darum, auch den Menschen eine Stimme zu geben, die sich weder als eindeutig weiblich noch eindeutig männlich identifizieren. Das Ziel: Neben männlichen und weiblichen Stimmen soll es in Zukunft möglich sein, auch eine geschlechtsneutrale Stimme bei Sprachassistenten auszuwählen.

Dass Q diese Stimme wird, davon geht Deutschlandfunk Nova Netzreporter Andreas Noll nicht aus. Aber die Kampagne könnte Apple, Google und Co. schon einen Anreiz liefern, selber eine geschlechtsneutrale Stimme zu kreieren, die dann aber qualitativ besser klingt als Q. Allerdings eher aus PR-Gründen, meint Netzreporter Andreas Noll. An eine wirkliche Umsetzung glaubt er nicht.

​"Sehr sicher bin ich mir aber, dass wir auf absehbare Zeit keine geschlechtsneutrale Stimme als Standardeinstellung bekommen werden. Das widerspricht dem Geschäftsgedanken der Konzerne."

Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova Netzreporter

Was Andreas Noll zu dieser Einschätzung veranlasst: Die aktuelle Studienlage. Denn US-Forscher haben eindeutig belegen können, dass sowohl Männer als auch Frauen eine weibliche Stimme gegenüber einer männlichen oder einer Computerstimme bevorzugen. Weibliche Stimmen werden unter anderem als herzlicher empfunden. Umfragen zufolge sind 90 Prozent der User zudem mit der weiblichen Stimme zufrieden. Und weil es den Unternehmen darum geht, möglichst viel Geld mit ihren Systemen zu verdienen, werden sie daran wohl auch kaum rütteln.

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