In den vergangenen Wochen war es heiß wie nie in Deutschland. Auch Häuser und Wohnungen heizten richtig auf. Das könnte ein Problem für unsere Hausapotheke sein, denn Medikamente dürfen nicht zu warm gelagert werden. Eine Apothekerin erklärt, wie gefährlich die Hitze für Medikamente ist und was wir damit tun sollten.

Arzneimittel sind empfindlich - wenn wir sie nicht richtig lagern, können sie unwirksam werden oder sogar schädlich. Die meisten Medikamente sollten bei 15 bis 25 Grad Celsius aufbewahrt werden, erklärt Ursula Sellerberg, Apothekerin und stellvertretende Pressesprecherin der Bundesapothekerkammer. In seltenen Fällen müssen wir Medikamente im Kühlschrank aufbewahren, dann weisen die Apotheker uns aber darauf hin, sagt sie.

Falsche Lagerung kann Arzneimittel gefährlich machen

Die Qualität von Medikamenten kann durch zu hohe Temperaturen und andere Lagerfehler leiden, sagt die Apothekerin: Die Wirkung kann abnehmen aber auch gesteigert werden, der Wirkstoff kann sich innerhalb eines Präparats unregelmäßig verteilen, es können sogar giftige Stoffe entstehen.

Risiko abhängig von der Art des Medikaments

Ob die Hitze der vergangenen Wochen unseren Arzneimitteln tatsächlich geschadet hat, hängt von der Art der Medikamente und der Dauer und Intensität der Wärme ab, sagt die Apothekerin. Denn meisten festen Arzneimitteln, Tabletten zum Beispiel, würden ein paar Stunden Hitze nichts ausmachen. Andere Medikamente seien deutlich empfindlicher - zum Beispiel:

  • Zäpfchen könnten durch starke Hitze gefährlich werden. Der Grund: Wenn ein Zäpfchen schmilzt und dann wieder hart wird, kann es zu Kristallisationen kommen, und die Inhaltsstoffe sammeln sich unten in den Zäpfchen an.
  • Sprays könnten durch extreme Hitze sogar explodieren. Kurzzeitig halten sie hohe Temperaturen zwar aus, meint Ursula Sellerberg, wir sollten sie aber nicht lange im heißen Auto liegen lassen und im Zweifel vorsichtig testen, bevor wir sie am Körper verwenden.
  • Cremes können sich durch Hitze relativ leicht vermischen, erklärt die Apothekerin. Hier sollten wir vor der Verwendung prüfen: Sieht die Creme anders aus? Haben sich die Inhaltsstoffe voneinander getrennt? Läuft Flüssigkeit heraus?

Typische Anzeichen für verdorbene Medikamente sind laut einer Informationsseite des Bundesgesundheitsministeriums auch Verfärbungen von Arzneimitteln, aufgeblähte Verpackungen oder Geruchsentwicklung. Im Zweifel sollten wir in der Apotheke nachfragen oder das Medikament besser nicht verwenden, rät Ursula Sellerberg.

Arzneimittel richtig lagern: trocken, dunkel, kühl

Wichtig ist, in der Wohnung einen geeigneten Lagerort zu finden. Viele Leute bewahren Arzneimittel im Bad auf, aber das ist falsch, warnt die Apothekerin: Bad und Küche seien keine guten Orte, weil es dort in der Regel feucht wird. Idealerweise lagern wir unsere Hausapotheke im Schlafzimmer, rät sie. Denn Medikamente mögen es in der Regel kühl, trocken und dunkel. Wichtig auch: Kinder dürfen nicht an das Arzneimitteldepot kommen.

Entsorgung je nach Region unterschiedlich

Wenn wir unsere Arzneimittel entsorgen wollen, können wir das in der Regel im Hausmüll tun, sagt Ursula Sellerberg. Aber: Die Arzneimittelentsorgung ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Deshalb ist es ratsam, sich gezielt zu informieren, was ihr mit verdorbenen oder abgelaufenen Medikamenten tun müsst. Wie ihr es in eurer Region richtig macht, könnt ihr zum Beispiel auf dieser interaktiven Karte nachlesen. Auch gelten für manche Medikamente besondere Regeln - ein Blick in den Beipackzettel ist daher auch sinnvoll.

Niemals Medikamente in der Toilette entsorgen

Auf keinen Fall aber dürft ihr die Medikamente im Klo runterspülen, weil ihr damit Umwelt der Umwelt schaden und das Grundwasser kontaminieren könnt.

Mehr zum Thema: