Wann ist die nächste Impf-Auffrischung fällig? Muss ich unbedingt noch mal geröntgt werden und wann steht die nächste Vorsorgeuntersuchung an? Um solche Fragen einfacher zu beantworten, gibt es eine neue Gesundheits-App mit dem Namen Vivy. Dahinter stehen 14 gesetzliche und zwei private Krankenversicherungen. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt hat sich diese App für euch genau angeschaut.

Vivy kombiniert ganz verschiedene Funktionen: Es gibt einen digitalen Impfpass in der App. Der zeigt an, wogegen ihr aktuell geimpft seid und erinnert euch dann, wenn die nächste Auffrischung nötig ist. Vor allem speichert Vivy aber eure sämtlichen Gesundheitsdaten: zum Beispiel die Befunde von eurem letzten Arztbesuch, die Laborwerte der Blutuntersuchung oder die Röntgenbilder vom Zahnarzt.

App soll Doppel-Untersuchungen verhindern

Das soll dazu führen, dass ihr und eure Ärztin oder Arzt beim nächsten Termin oder auch in einer Notfallsituation direkt auf diese Daten zugreifen könnt. Die Ärztin hat dann sofort einen Überblick über euren Gesundheitszustand und über mögliche Vorerkrankungen. Dadurch können auch Doppel-Untersuchungen zum Beispiel beim Röntgen vermieden werden.

Sylvia Thun, Professorin für Informations- und Kommunikationstechnologie im Gesundheitswesen an der Hochschule Niederrhein, sieht den größten Vorteil solcher Apps darin, dass der Patient damit mehr weiß über seine Krankheiten und das ganze System transparenter wird, als es im Moment ist.

"Laborwerte, Arztbriefe oder Operationsberichte werden oft nur zwischen Krankenhaus und Arzt versendet. Mit so einer App habe ich auf einmal die Möglichkeit zu verstehen, was eigentlich gemacht worden ist.“
Sylvia Thun, Professorin für Technologie im Gesundheitswesen
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Die Gesundheits-Daten werden vom Arzt oder Krankenhaus auf einen Server geladen, den dann die App anzapft. Dazu muss der Patient eine sogenannte Dokumentenabfrage ausfüllen, die wird an den Arzt geschickt. Der kann dann eure Daten direkt und verschlüsselt an die Vivy-Plattform schicken.

Datenschutz für eure persönlichsten Daten

Laut den beteiligten Krankenkassen ist Vivy in Bezug auf Datenschutz durch mehrstufige Sicherheitsprozesse geschützt und entsprechend verschlüsselt. Die Expertin Sylvia Thun weist darauf hin, dass in puncto Datensicherheit die aktuelle Kommunikation etwa zwischen Ärzten, Pflegern und Therapeuten in einem Krankenhaus oft problematischer sei.  

"Im Krankenhaus kommuniziert man, wie man kann, nämlich zum Beispiel auch über What’s App. Und das ist viel gefährlicher."
Sylvia Thun, Professorin für Technologie im Gesundheitswesen

Kostenlos kann jeder Vivy nutzen, der Kunde bei einer der Versicherungen ist, die als Partner dabei sind:

  • zwei private Krankenversicherungen: Allianz und Barmenia 
  • 14 gesetzliche Krankenversicherungen: DAK, IKK classic, IKK Nord, Pronova BKK, IKK Südwest, MH plus, BKK Gildemeister Seidensticker, Heimat Krankenkasse, BKK Stadt Augsburg, BKK Melitta Plus, Bertelsmann BKK, BKK Diakonie, BKK Dürkopp Adler, BKK HMR

Andere Krankenkassen und auch private Unternehmen haben ähnliche Apps und digitale Angebote, mit ganz ähnlichen Funktionen. Bei der AOK gibt es "Das Gesundheitsnetzwerk" und bei der Techniker Krankenkasse "TK-Safe", diese Programme sind aber beide noch in der Testphase.

"Wenn jeder sein eigenes System verwendet, kann es ein ziemliches Durcheinander geben. Es könnte dann schwer sein, mit seinen Daten von einer Krankenkasse in eine andere zu wechseln."
Johannes Döbbelt, Deutschlandfunk Nova

Ein Problem bei mehreren App-Angeboten verschiedener Krankenkassen könnte es geben, wenn die Systeme nicht kompatibel sind, meint Dlf-Nova-Reporter Johannes Döbbelt.

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