Keine Frage: Plätzchen- oder Keksteig ist lecker. Und die Versuchung groß. Aber: Wenn euch früher eure Mutter auf die Finger gehauen hat, weil ihr vom Teig naschen wolltet, dann seid ihr dankbar. Möglicherweise hat sie euch vor einer Salmonellenerkrankung bewahrt.

Wie kann etwas so Verführerisches wie Plätzchenteig so gefährlich sein? Es liegt an den Eiern. Rohe Eier können mit Salmonellen verunreinigt sein, sagt Antje Gahl vom Bundesinstitut für Risikobewertung. Die Bakterien kommen von den Hühnern, die sich mit Salmonelle infiziert haben. Meist sitzen die Erreger auf der Eierschale, können sich aber auch im Inneren des Eis befinden.

"Bei einem rohen Teig kann es sein, weil ich den auch mit rohen Eiern herstelle, dass der mit Salmonellen belastet ist, die aus den Eiern kommen. Die fühlen sich nämlich bei Zimmertemperatur besonders wohl."
Antje Gahl, Bundesinstitut für Risikobewertung

Eine Salmonellenerkrankung zeigt sich an heftiger Übelkeit, Durchfall, Bauchkrämpfen, Kopfschmerzen und Fieber. In der Regel treten die Beschwerden 12 bis 36 Stunden nach dem ersten Kontakt auf. Schon allein deswegen gehen Betroffene freiwillig zum Art. Es ist aber auch eine meldepflichtige Erkrankung. Bei unzureichender Hygiene werden die Bakterien von Mensch zu Mensch übertragen.

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Was hilft? Die Eier solltet ihr im Kühlschrank lagern. Salmonellen mögen es warm, dann vermehren sie sich auf der Eierschale. Einfrieren kann den Bakterien nichts anhaben. Bei circa 70 Grad Celsius ist dann aber Schluss mit ihnen.

Mangelnde Hygiene in der Küche

Wer denkt, er ist auf der sicheren Seite, weil er einfach Teig ohne Ei nascht, liegt falsch. In den USA wurde auch davor gewarnt. Dort haben sich dutzende Menschen mit E-Coli-Bakterien infiziert. Ursache soll verunreinigtes Mehl sein. In Deutschland sind solche Fälle nicht bekannt, wie Antje Gahl bestätigt.

"Mehl ist nicht die primäre Quelle für Escherichia coli, weil normalerweise dieser Erreger eher bei Erzeugnissen von Tieren, Rohmilch oder Hackfleisch oder streichfähigen Rohwürsten vorkommt."
Antje Gahl, Bundesinstitut für Risikobewertung

Wie kommen dann die E-Coli-Bakterien ins Mehl? Möglich ist das dadurch, wenn in der Küche nicht sauber gearbeitet wird. Also auf der Arbeitsplatte Fleisch verarbeitet wurde, das eventuell mit E-Coli-Bakterien verunreinigt ist, und danach – ohne Abzuwischen – ein Mehl für die Herstellung eines Teigs ausgebreitet wird.

Sauberkeit ist das A und O beim Kochen und Backen

Deshalb:

  • Immer wieder Hände waschen
  • Arbeitsplatz, Schneidebretter, Messer und andere Geräte immer wieder, vor allem nach der Verarbeitung von Fleisch, gründlich reinigen

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