Ruby Rose soll Batwoman spielen - doch weil die LGBT-Community sie nicht für "lesbisch genug" hält, bekommt sie viele Hasskommentare. Jetzt hat sie ihren Twitter-Account gelöscht.

Wer als Person des öffentlichen Lebens bei Twitter ist, muss ein echt dickes Fell haben. Nicht wenige Kommentare sind zwar verletzend und beleidigend, bewegen sich aber auch an der Grenze dessen, was erlaubt ist und was nicht. Sie bleiben also stehen.

Auf irgendwelche Richtlinien von Twitter, die sie in Schutz nehmen, und eventuelles Kommentar-Löschen durch Administratoren hat Ruby Rose gar nicht erst gewartet. Sie hat ihren Twitter-Account gelöscht. Nicht aber ohne ein paar letzte Worte. In ihrem letzten Tweet schrieb sie sinngemäß, dass die Aussage, sie sei nicht lesbisch genug, wohl das lächerlichste sei, was sie jemals gelesen hätte. Schließlich habe sie sich mit zwölf geoutet. Und außerdem:   

"Wenn ihr mich braucht, ihr erreicht mich auf dem Batphone."
Ruby Rose, Schauspielerin, in ihrem letzten Tweet bevor sie ihren Account gelöscht hat

Die Hasskommentare kamen in Ruby Roses Fall nicht von weißen, alten Männern, wie man dem Klischee nach annehmen könnte, sondern aus ihrer eigenen LGBT-Community. Einige Userinnen fanden sie "not gay enough", um die erste lesbische Superheldinnenrolle im Batwoman-Film zu spielen. 

Twitter löscht Hasskommentare vergleichsweise selten

Das Problem, das Twitter mit Hatespeech hat, zeigt sich nicht nur am Fall Ruby Rose, sondern auch aktuell am Beispiel Alex Jones aus den USA. Der Verschwörungstheoretiker hetzt von Rechtsaußen gegen Transgender, Muslime und Migranten. Deshalb wurde sein Channel bei Youtube gesperrt. Auch Apple und Spotify haben seine Podcasts gelöscht. Bei Twitter hingegen kann er weitermachen und beschwert sich dort über Zensur.

Zwar werden derzeit einige Tweets von Alex Jones geprüft, Twitter geht aber nicht so weit wie die anderen sozialen Kanäle. Warum nicht? Dazu hat sich Twitter-Chef Jack Dorsey gerade geäußert. Seine Antwort ist erwartbar: Alex Jones verstoße nicht gegen Richtlinien. 

"Wir haben Alex Jones nicht gesperrt. Wir wissen, dass das für viele schwierig ist, aber der Grund ist einfach: Er hat unsere Regeln nicht verletzt."

Twitter greift generell recht wenig ein. Während bei Facebook rund 20 Prozent der gemeldeten Inhalte gelöscht werden, sind es bei Twitter zehn Prozent. Das passiert nur, wenn die Inhalte gegen die Richtlinien von Twitter verstoßen oder in Deutschland unter das Netzwerkdurchsetzungsgesetz fallen. Aber auch das lässt Raum für Interpretation. 

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