Abends vor dem Fernseher noch ein paar knusprige Grillen snacken - die Novel-Food-Verordnung der EU macht es möglich. Bald werden wir allerlei Insekten auch im Supermarktregal finden.

Unser Moderator hat schon einmal eine geröstete Heuschrecke probiert - ihn erinnert der Geschmack an Brühwürfel-Würze. Eine EU-weite Regelung für Insekten als Nahrungsmittel gab es nicht. In Belgien, den Niederlanden und Dänemark sind Insekten schon länger als Lebensmittel zugelassen. 

Ganze Insekten wurden in Deutschland schon verkauft, wie beispielsweise der Mezcal-Wurm in der Tequilla-Flasche, aber bisher noch keine verarbeiteten Insekten. Mit der Novel-Food-Verordnung können wir uns demnächst auf Knabber-Heuschrecken, Grillen-Snacks und Burger aus Mehlwurmfleisch freuen. 

"Es gibt ein Start-up, die wollen aus Würmern Burger herstellen. Da erkennt man dann den Wurm nicht mehr und die Ekelgrenze liegt dann deutlich geringer."
Thomas Otto, Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent
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Schätzungsweise essen zwei Milliarden Menschen weltweit bereits regelmäßig Insekten. Die EU prüft vor der Zulassung, ob die Insekten, die wir essen, gesundheitsschädlich sein oder Allergien hervorrufen können. 

"Es geht darum, dass man schaut, was für Mikroben sind da drin, weil man ja den ganzen Darm mitisst. Und könnten Menschen auch allergisch darauf reagieren. Es gibt ja Leute, die auf Garnelen allergisch sind, die haben dann auch Probleme mit bestimmten Insekten.
Thomas Otto, Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent

In der EU gibt es ein vereinfachtes Verfahren bei der Zulassung, wenn ein Lebensmittel seit mehr als 25 Jahren sicher in anderen Ländern verwendet wird, wird es bei uns auch relativ schnell genehmigt, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent Thomas Otto aus Brüssel. Es gibt viele Argumente, die dafür sprechen, Insekten zu essen, sagt er außerdem.

Gründe um Insekten essen:

  • hoher Eiweißgehalt
  • weniger Ressourcen (Futter, Wasser) für die Zucht zum Beispiel im Vergleich mit Rindfleisch
  • Insekten stoßen viel weniger CO² aus als Kühe oder Schweine 

Aufgrund der positiven Umweltbilanz empfiehlt die Welternährungsbehörde FAO seit rund fünf Jahren, dass wir in Europa auch damit anfangen, Insekten zu verzehren. 

"Um ein Kilo Insekten herzustellen, brauche ich zwei Kilo Futter. Bei Rindfleisch sind es 24 Kilogramm Futter - also ein riesen Unterschied."
Thomas Otto, Deutschlandfunk-Nova-Korrespondent

Im Netz gibt es Insekten bereits als Lebensmittel zu erwerben. Die ersten Zulassungsverfahren der EU werden voraussichtlich im März oder April abgeschlossen sein, sagt unser Korrespondent Thomas Otto, sodass man Insekten demnächst auch in den Geschäften kaufen kann.

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