Laut Angaben der Vereinten Nationen sterben jeden Tag über zehn Menschen durch Landminen. Über 80 Prozent der Opfer sind Zivilisten. Bis 2025 soll die Welt minenfrei sein. Daran arbeiten unter anderem auch deutsche Minenräumer.

Weltweit liegen in über 60 Staaten und Regionen Landminen vergraben, so ein Bericht der Organisation "Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen". Auch in Europa sind sie etwa in Bosnien und Herzegowina und Kroatien noch im Boden. Im vergangenen Jahr wurden Minen unter anderem in Nordkorea, Myanmar, im Jemen, in der Ukraine und in Syrien eingesetzt.

Entminer sind keine Abenteurer

Ende der 90er-Jahre haben sich 80 Prozent aller Staaten mit der sogenannten Ottawa Konvention gegen Landminen geeinigt, um bis 2025 eine minenfreie Welt zu schaffen. Den Vertrag nicht unterzeichnet haben die USA, Russland und auch Syrien.

An einer minenfreien Welt arbeiten auch Entminer vom Verein Deutscher Minenräumer (DEMIRA), der international tätig ist. Entminer arbeiten immer im Team und müssen sich jede halbe Stunde abwechseln, damit sie konzentriert bleiben. Sie sind professionell geschult und gut ausgerüstet, trotzdem bleibt der Job gefährlich, von daher werden auch keine Ehrenamtliche vor Ort beschäftigt. Entminer ist ein Beruf. Martin Auracher, Vorsitzender des Vereins, sagt: Entminer sind keine Abenteurer.

Für die Beseitigung der Sprengfallen gibt es verschiedene Methoden. Bei der manuellen Minenräumung suchen Entminer den Boden mit Metalldetektoren ab, sie achten dabei penibel auf jedes Metallstück und legen die Mine ganz vorsichtig Stück für Stück frei. Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von Maschinen, gepanzerte Fahrzeuge, die mit Fräsen und anderen Werkzeugen ausgestattet sind:

"Diese Maschinen sind besonders gepanzert und fräsen den Boden durch und zerstören durch ihr Werkzeug dann die Minen im Boden, bringen sie zur Explosion oder zerschlagen sie."
Martin Auracher, Vorsitzender des Vereins Deutscher Minenräumer

Oft ist davon zu hören, dass Ratten bei der Minenräumung erfolgreich eingesetzt werden. Martin Auracher ist da etwas skeptisch, er schwört auf den Einsatz von Hunden: Mit ihrer feinen Nase riechen sie den Sprengstoff oder die Bakterien, die sich an dem Sprengstoff zu schaffen machen, und zeigen einen Fund an, indem sie sich neben die Gefahrenstelle setzen.

Das können Ratten zwar auf ähnliche Weise, doch im Gegensatz zu den Nagetieren müssen Hunde bei der Suche nicht an der Leine gehalten werden. Und vor allem: Hunde leben länger und müssen nicht alle zwei Jahre neu ausgebildet werden.

"Die sicherste Art und Weise einen gefährlichen Gegenstand zu beseitigen, ist dann, wenn man diesen Gegenstand dort, wo er liegt, zur Explosion bringt."
Martin Auracher, Vorsitzender des Vereins Deutscher Minenräumer