Falls ihr gerade eure nächste Bergtour plant, haben wir gute Nachrichten für euch: Insta und Mails checken, geht bald auch auf dem Kilimandscharo. Warum das so ist und welche anderen ungewöhnlichen Orte mit Internet oder WLAN es so gibt.

Der Kilimandscharo, das Bergmassiv im Nordosten Tansanias, bekommt Breitband-Internet – zunächst "nur" auf 3700 Meter Höhe, später dann auch in luftigen 5895 Metern, auf dem Gipfel des Kibo, des höchsten Bergs Afrikas.

In über 3000 Metern werden also Mobilfunkmasten aufgestellt. In Deutschland wären viele Menschen ja schon froh, wenn es in den bewohnten Gebieten zuverlässig mobiles Internet gäbe. Im Schwarzwald, in der Eifel und im Harz gibt laut Breitband-Monitor zum Beispiel noch diverse Ecken, in denen es praktisch überhaupt kein mobiles Internet gibt.

Besser Hilfe rufen und Tourismus ankurbeln

Die Gründe, warum Tansania die Masten aufstellen lässt, hat Informationsminister Nape Nnauye genannt: Zum einen sollen Bergsteiger*innen damit einfacher Hilfe rufen können. Zum anderen erhofft sich das Land dadurch einen Boom für den Tourismus.

"Je mehr Menschen ihre Eindrücke vom Kilimandscharo auf Facebook, Insta und Tiktok teilen, desto präsenter wird der Berg – und desto mehr Menschen fühlen sich dann vielleicht auch motiviert, dort hinzureisen."
Konstantin Köhler, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporter

Die gleiche Idee wird gerade auch beim Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt, umgesetzt: Dort errichtet das nepalesische Kommunikationsunternehmen Ncell gerade eine dauerhafte Breitbandinfrastruktur. Wenn alles klappt, wird es am Basislager des Mount Everest – auf rund 5400 Meter Höhe – demnächst 4G-Handyempfang geben. Ersten Untersuchungen zufolge könnte der Empfang aber sogar bis zum Gipfel reichen, also bis auf 8848 Meter.

Der Tourismus rund um den Mount Everest nimmt seit Jahren zu: In den 90er-Jahren waren um die 100 Menschen pro Jahr auf dem Gipfel. Im Rekordjahr vor Corona waren es über 800. Und das sind nur die, die es ganz nach oben schaffen. Insgesamt sind jedes Jahr viele tausend Menschen rund um den Mount Everest unterwegs. Vor allem Nepal ist der Tourismus eine sehr wichtige Einnahmequelle, Unterkünfte werden aufgebaut – und auch ein Bergrettungsdienst mit Helikoptern.

Chinesische Sendemasten 2020 nur vorübergehend

Bereits 2020 hatten die chinesischen Telekommunikationsunternehmen Huawei und China Mobile auf der Nordseite des Bergs drei Mobilfunkstationen errichtet. Diese ermöglichten sogar den 5G-Empfang. Allerdings wurden die Sendemasten damals nur temporär installiert und dienten vorrangig der noch exakteren Vermessung des Achttausenders.

Netz im Meer und auf dem Mond

Internet auf dem Gipfel des höchsten Bergs der Erde ist ja schon ziemlich abgefahren. Es wird aber auch daran gearbeitet, WLAN auch im Meer zu ermöglichen – also unter Wasser. Dorthin Breitband-Daten zu übertragen, ist äußerst schwierig, doch für das Militär, zum Beispiel für Schiffe, U-Boote und autonom fahrende Militärgeräte könnte das sehr hilfreich sein.

Außerdem soll das schnelle Netz auch den Mond erreichen: Forschende und sogar Unternehmen auf der ganzen Welt arbeiten an der dauerhaften Besiedelung des Erdtrabanten. Dazu gehören auch Überlegungen, wie man den Mond mit Hilfe spezieller Satelliten mit Internet ausstatten könnte. Über das Lunanet
will die Nasa zum Beispiel kommunizieren und Astronaut*innen schneller vor Gefahren warnen.